Premier League

Verspielt der FC Arsenal erneut die Meisterschaft?

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Nur ein 2:2 holte der FC Arsenal gestern gegen den Tabellenletzten Wolverhampton Wanderers. Damit lässt die Mannschaft von Mikel Arteta erneut wichtige Punkte im Kampf um die lang ersehnte Meisterschaft liegen. Verspielen die „Gunners“ nun erneut den Titel?

Schlüsselspieler nicht auf Top-Niveau

Der ehemalige Arsenal-Stürmer Alan Smith sprach nach dem Remis gegen die Wolves von einem „entscheidenden Moment“. Die „Gunners“ gaben eine 2:0-Führung aus den Händen und lassen damit zwei wichtige Punkte liegen. Der Abstand zu Manchester City beträgt damit zwar noch fünf Punkte, die „Skyblues“ haben aber am kommenden Samstag die Chance, bis auf zwei Punkte heranzukommen und das Titelrennen wieder heiß zu machen. Für Arsenal wäre dies ein schwerer Schlag. Nach drei zweiten Plätzen soll endlich die Meisterschaft her.

Die Umstände, die Mikel Arteta in den letzten Jahren bei den „Gunners“ geschaffen hat, sind zweifelsohne meisterlich. Die Mannschaft hat oft gezeigt, dass sie auf höchstem Niveau performen kann. Als einzige Mannschaft hat Arsenal alle Spiele in der Ligaphase der Champions League gewonnen, dazu die meisten Tore erzielt und selbst die wenigsten kassiert.

Die ein oder andere Baustelle gibt es dennoch. Einerseits hat Top-Transfer Viktor Gyökeres nicht wie gewünscht eingeschlagen. Nach 54 Toren in der letzten Saison in Portugal gelangen ihm bis dato nur 13 für Arsenal. Wenig überzeugend für einen Stürmer, der bis zu 75 Millionen kostete und eigentlich mit Erling Haaland konkurrieren sollte. Dazu ist Flügelspieler Buyako Saka, der in vergangenen Spielzeiten bereits das Zeug zur Weltklasse zeigte, in einem Formtief. Zwar wurde sein Vertrag kürzlich bis 2031 verlängert, der Angreifer ist dafür aber umso mehr im Zugzwang, sich jetzt mehr denn je zu beweisen.

Weitere Spieler sind in einer ähnlichen Lage: Der als Herzenstransfer angepriesene Eberechi Eze konnte nicht vollends überzeugen und erfüllt nicht die Erwartungen, um als Stammspieler zu gelten. Gabriel Jesus ist ohnehin nicht als Tormaschine bekannt. Kai Havertz fehlte lange verletzungsbedingt und muss sich jetzt wieder in Form spielen.

Der Lehrer gegen den Schüler

Außerhalb der Gunners kommt Konkurrent Manchester City ins Spiel. Die Mannschaft von Pep Guardiola befindet sich zwar in einer Transformation und hat ihre eigenen Baustellen, die „Skyblues“ haben aber mehrmals gezeigt, dass sie besonders im Frühjahr zu Topform auflaufen können. Ein Vergleich von „Sky Sports“ verdeutlicht dies. In den letzten vier Spielzeiten hat Manchester City mindestens 27 Punkte aus den letzten zwölf Spielen geholt. Bei Arsenal waren es im Vergleich dazu nie mehr als 21.

Spielstil und Psychologie

Mit dem Fokus auf Standardsituation sorgte Mikel Arteta für große Schlagzeilen in der laufenden Saison. Laut „WhoScored“ erzielte Arsenal 16 seiner 52 Tore, also 30 %, aus Standardsituationen. Zwar sind die Standardsituationen noch immer äußerst effektiv, die Gegner sind sich der Gefahr aber immer mehr bewusst und wissen diese immer besser zu verteidigen. Dieses Mittel könnte sich im Saisonendspurt somit als unwirksamer erweisen.

Letztlich spielt der psychologische Aspekt eine große Rolle. Sich nach drei zweiten Plätzen aufzurappeln, ist eine große mentale Herausforderung. Umso größer ist nun der Druck, die Meisterschaft im vierten Anlauf zu gewinnen. Jeder liegen gelassene Punkt kann dabei am Ende den Unterschied ausmachen. Vor der Partie gegen Manchester United am 25. Januar erklärte Vereinslegende Patrick Vieira, dass Arsenal den Titel „dieses Jahr oder nie“ gewinnen werde. Auch unter vielen Fans hält sich diese „Now or Never“-Mentalität. Bei einem erneuten Verpassen ist ein Abgang von Mikel Arteta nach über sechs Jahren nicht undenkbar. Nichtsdestotrotz ist für die „Gunners“ noch alles möglich. Es wird sich zeigen, ob es ihnen gelingt, die Pechsträhne nach 22 Jahren zu brechen.

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