Weltmeisterschaft

Das letzte WM-Ticket ist gezogen

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Nach rund 900 Spielen ist die Qualifikation für die WM 2026 abgeschlossen. Der Irak steht nach einem dramatischen 2:1 gegen Bolivien in Mexiko im interkontinentalen Play-off-Finale erstmals seit 40 Jahren wieder bei einer FIFA-Weltmeisterschaft auf der Bühne der Großen.


Nervenflattern? Fehlanzeige. Stattdessen legte der Irak los wie die Feuerwehr, spielte mutig nach vorne und drängte von Beginn an auf den frühen Treffer.


Nach gerade einmal neun Minuten fehlten nur Zentimeter zur Führung: Amir Al-Ammari zirkelte einen Freistoß traumhaft Richtung Winkel, doch Guillermo Viscarra war hellwach und lenkte den Ball mit einer Glanzparade noch an die Latte.


Nur eine Minute später war aber auch Viscarra machtloch. Al-Ammari servierte eine Ecke wie aus dem Lehrbuch – Ali Al-Hamadi stieg im Strafraum am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz. Ekstase auf irakischer Seite!


Bolivien, „La Verde“, ließ sich davon jedoch nicht ausknocken. Die Mannschaft fing sich, arbeitete sich in die Partie – und schlug kurz vor der Pause zurück.


Ramiro Vaca zog einfach mal ab, der Ball landete eher zufällig bei Moises Paniagua. Der Angreifer von Wydad AC reagierte blitzsauber, nahm die Kugel stark mit und schob aus kurzer Distanz an Ahmed Basil vorbei zum 1:1 ein.


Nach dem Seitenwechsel blieb alles offen – bis Irak-Kapitän Aymen Hussein das Heft in die Hand nahm. Er stemmte sich gegen das Wackeln, trieb sein Team nach vorn und sorgte dafür, dass die „Lions of Mesopotamia“ wieder zubeißen.


Joker Marko Farji brauchte nur Sekunden, um Eindruck zu hinterlassen: Mit einem präzisen Zuspiel setzte er Hussein perfekt in Szene – der Stürmer blieb im Strafraum eiskalt, traf zum 2:1 und markierte damit seinen 33. Treffer im Nationaltrikot.

Packende Schlussphase zwischen Irak und Bolivien


Spätestens nach der Trinkpause war das Spiel purer Nervenkitzel. Beide Teams warfen alles rein, jeder Zweikampf brannte, jeder Ballgewinn fühlte sich an wie ein kleiner Sieg. Es wurde zerfahren, ja – aber genau deshalb so fesselnd.


Kurz vor Schluss hätte Graham Arnolds Mannschaft den Deckel draufmachen können. Mohanad Ali bekam die Riesenchance, doch der Abschluss ging über die Latte – ein Moment, in dem ein bisschen mehr Ruhe gereicht hätte.


Trotzdem: Der Irak blieb standhaft, verteidigte die letzten Minuten mit Herz und Haltung – und schrieb Geschichte. Es ist erst das zweite Mal überhaupt, dass sich das Nationalteam für die WM qualifiziert. Bolivien dagegen muss weiter warten: Die erste WM-Teilnahme seit 1994 bleibt vorerst ein Traum.


Die Belohnung für den Irak: Gruppe I im Sommer – mit Frankreich, Norwegen und Senegal warten echte Brocken. Aber diesen Platz im Rampenlicht haben sie sich verdient.

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