Uruguay gegen Brasilien 1950 - Im letzten WM-Endrundenspiel in Rio de Janeiro scheitert der Brasilianer Zizinho (l.) an Uruguays Torhüter-Idol Roque Maspoli (m.). Uruguay gewann sensationell mit 2:1 und wurde Weltmeister. Foto: Imago Images / TT.
Am 16. Juli 1950 feierten die Menschen im riesigen Maracana-Stadion von Rio de Janeiro schon um die Mittagszeit. Das letzte Finalrunden-Spiel zwischen Brasilien und Uruguay wurde erst um 15 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ) angestoßen.
Die Aussicht auf den ersten WM-Titel nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg hatte 200.000 Zuschauer ins Maracana gelockt. Sie sollten eine fußballerische Niederlage erleben, die als Maracanaco“ in den Sprachgebrauch in Brasilien eingehen würde und die erst mit dem „Mineiraco“, dem 1:7 gegen Deutschland im WM-Halbfinale am 8. Juli 2014 in Belo Horizonte, ein modernes Pendant erhalten sollte…
Dass es so kam, lag sicher an einer gewissen Sorglosigkeit der Brasilianer auf dem Feld und auf den Rängen. „Wir fühlten uns schon vor dem Spiel wie Weltmeister“, gestand Ademir Jahre später.
Schlagzeilen wie „Das sind die Weltmeister“ von O Mundo am Spieltag heizten die Euphorie zusätzlich an.
Aber Brasilien verspielte den Titel 1950 gegen Uruguay auch, weil Ademir, der „Abgott, dessen Ballkunst von unvorstellbarer Exaktheit, Weichheit und Explosivität ist“ (Dr. Friedebert Becker im Sport-Magazin vom 19. Juli 1950), nicht traf.
Das bemängelten die unterlegenen Gastgeber nach dem Finale…
Dann aber traf der uruguayische Stürmer Alcides Ghiggia († 2015), der noch die zweite WM in Brasilien 2014 erlebte, nach 79 Minuten zum 2:1 – und sorgte für gespenstische Stille im Maracana.
„Nur drei Menschen haben mit einer einzigen Bewegung das Maracanã zum Schweigen gebracht: der Papst, Frank Sinatra und ich“, sagte Ghiggia später einmal über sein goldenes Tor.
„Maracanazo“ und die Folgen:
Am schlimmsten traf „Maracanazo“ den brasilianischen Torhüter Moacyr Barbosa († 2000). Der Keeper wurde nach dem Gegentor zum 1:2 zum Schuldigen erklärt.
Ein Vorwurf, der ihn bis in die Moderne verfolgte. Als Brasilien 1994 vor der erfolgreichen WM in den USA sein Trainingsquartier bezog, wurde Barbosa der Zutritt verwehrt.
„In Brasilien ist die längste Haftstrafe 30 Jahre“, haderte Barbosa im Jahr 1993, „ich aber büße schon 43 Jahre für ein vermeintliches Verbrechen, das ich gar nicht begangen habe.“
Armer Barbosa.
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