In der DFB-Zentrale legte die AG Regionalliga-Reform zwei Modelle vor. (Photo by Thomas Lohnes/Getty Images for DFB)
Es war die heißeste Sitzung des Jahres in der DFB-Zentrale. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nach langen Diskussionen zwei Modelle zur Reform des Ligensystems erarbeiten lassen und den Verbandspräsidenten nun offiziell als Entscheidungsgrundlage vorgelegt. In einer intensiven Sitzung in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main wurden zwei unterschiedliche Konzepte für die zukünftige Struktur der Regionalliga vorgestellt. Ziel beider Varianten ist es, die vierte Liga neu zu ordnen und insbesondere die Aufstiegsregelung zu vereinfachen.
Ein Modell wird als „Kompassmodell“ bezeichnet und findet in vielen Regionen sowie bei zahlreichen Fans bereits Zuspruch. Dabei sollen aus den bisherigen fünf Regionalliga-Staffeln künftig vier werden, wodurch die Anzahl der Viertligisten von 90 auf 80 reduziert würde. Die Zuordnung der Vereine zu den Staffeln soll jährlich mithilfe einer KI nach möglichst kurzen Fahrtstrecken erfolgen, um Reisebelastung und Kosten zu verringern.
Als Alternative steht das sogenannte „Regionen-Modell“ zur Debatte, das bei vielen Anhängern kritisch gesehen wird. Hier würde vor allem die derzeit sehr zuschauerstarke und medienwirksame Nordost-Staffel aufgeteilt, wobei die Ostvereine auf die Regionalligen Bayern und Nord verteilt würden. Dieses Konzept wurde maßgeblich von Verbandsvertretern aus Bayern, dem Westen, Südwesten und Norden vorangetrieben, während zahlreiche Vereinsfunktionäre dem Kompassmodell zuneigen. Am Ende der Beratungen blieben daher zwei konträre Entwürfe übrig.
Im nächsten Schritt sollen alle Regionalligisten erneut eingebunden werden und eine Rückmeldung zu den beiden Varianten geben. Viele Vereinsvertreter hatten sich im Vorfeld bereits Stimmungsbilder aus ihren Klubs geholt, die mehrheitlich zugunsten des Kompassmodells ausfallen sollen. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei den Präsidenten der Landes- und Regionalverbände, die sich am Ende für eine der beiden Lösungen aussprechen müssen.
Dort wird noch einmal mit kontroversen Debatten gerechnet, zumal die Verbandsführungen aufgrund ihrer bisherigen Blockadehaltung im Reformprozess verstärkt im Fokus stehen. Fans und Klubs können nur noch indirekt Einfluss nehmen, indem sie öffentlich und intern für ihr bevorzugtes Modell werben. Für Vereine aus dem Nordosten birgt die Reform die besondere Gefahr, ihre beliebte und profilierte Regionalliga-Staffel in der jetzigen Form zu verlieren.
Nach aktuellem Stand soll das neue Ligensystem zur Saison 2028/29 eingeführt werden. Die dafür notwendige Qualifikationssaison ist für den Sommer 2027 vorgesehen.
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