Bayer 04 Leverkusen

Bayer-Sportdirektor Rolfes richtet Blick nach Mexiko: „Ein interessanter Markt“

Simon Rolfes hat ein weißes Hemd an und redet lächelnd mit seinem Nebenmann

Simon Rolfes, Sportdirektor bei Bayer 04 Leverkusen, führte jüngst ein Gespräch mit der „Marca Mexico“. Dabei sprach er über mexikanische Spieler in Leverkusen und den Fußballmarkt in dem mittelamerikanischen Land.

Rolfes traute Guardado den Durchbruch zu

Bisher haben sieben Mexikaner in der Bundesliga gespielt. Zwei davon haben in Leverkusen angeheuert. Javier Hernandez und Andrés Guardado. Während der Stürmer Javier „Chicharito“ Hernandez von 2015 bis 2017 mit 28 Toren in 54 Spielen überzeugen konnte, bestritt Guardado in der Saison 2013/2014 lediglich 4 Spiele für die Werkself. Der Mittelfeldspieler erzielte kein Tor.

Chicharito kam für zwölf Millionen Euro und hatte schon für Manchester United und Real Madrid gespielt. Dementsprechend genoss er bereits ein gewisses Standing im europäischen Fußball. Guardado hingegen kam als Leihspieler vom FC Valencia. Die Spanier gaben Guardado nach seiner Rückkehr aus Leverkusen direkt weiter in die Niederlande. Beim PSV Eindhoven glückte dem Mexikaner der Durchbruch. Mittlerweile ist Guardado Stammspieler bei Betis Sevilla und zieht im zentralen Mittelfeld die Fäden.

Laut Rolfes hätte Andrés Guardado durchaus das Zeug zum Bundesligaprofi gehabt: „Es war eine schwere Zeit für ihn in der Bundesliga. Wäre es nach mir gegangen, hätte er mehr Zeit bekommen. Er hatte taktisch und vor allem technisch die Fähigkeit, in der Bundesliga auf hohem Niveau zu spielen.“

Mexikanische Liga auf hohem Niveau

Mexiko hat die mit Abstand finanzstärkste und attraktivste Liga Lateinamerikas. Dank der Unterstützung großer Unternehmen können sich Vereine dort sogar Stars wie den französischen Nationalspieler André-Pierre Gignac oder die halbe chilenische Nationalelf leisten.

Das ist einerseits gut für das heimische Publikum, weil die großen Stars nicht zwangsläufig das Land verlassen, andererseits konkurriert der Wettbewerb mit anderen starken Ligen und Mannschaften aus dem Ausland. Das Land ist etwas isoliert vom Weltfußball, der nach wie vor hauptsächlich auf dem Europäischen Kontinent stattfindet.

Rolfes will Talente in Mexiko finden

Allerdings fällt den mexikanischen Spielern oft die Eingewöhnung leichter, da sie ein hohes Niveau bereits gewohnt sind. Für Rolfes bleibt der Spielermarkt der mexikanischen Liga interessant. „Wir verfolgen den mexikanischen Markt, weil wir schon gute Erfahrungen mit mexikanischen Spielern wie Javier Hernández oder Andrés Guardado gemacht haben. Vielleicht werden wir in Zukunft ein paar vielversprechende Talente in Mexiko finden.“