Aziz Karimov/Getty Images
Mittwochabend: Im Tofiq-Behramov-Stadium in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku läuft gerade die 78. Minute. Eintracht Frankfurts Flügelspieler Farès Chaïbi trifft wenige Minuten nach seiner Einwechslung zur 2:1-Führung. Die „Adlerträger“ drehen das wichtige Auswärtsspiel in der über 4.000 Kilometer entfernten Metropole am Kaspischen Meer. Interimstrainer Alexander Meier, der die Mannschaft nach der Entlassung von Dino Toppmöller am Sonntag mitbetreut, hatte als Spieler gute Erfahrungen mit Gegner Qarabağ gemacht und war nur wenige Momente davon entfernt, diese als Trainer zu wiederholen.
Rund eine Viertelstunde später hatte sich die Situation jedoch grundlegend gewandelt. In einem dramatischen Finish drehten die Hausherren die Partie durch das zweite Tor von Camilo Durán (80. Minute) und einen Last-Minute-Treffer von Bahlul Mustafazade (90+4.). Während die Heimmannschaft und ihre Fans jubelten und mit dem Schlusspfiff drei wichtige Punkte festigten, schaute man in leere Gesichter aus Frankfurt. Die Eintracht ist durch den späten Nackenschlag vorzeitig aus der Champions League ausgeschieden. Trotz der gewichtigen Personalentscheidung drei Tage zuvor war keine deutliche Besserung erkennbar.
Die Entschlossenheit der Aserbaidschaner setzte sich an einem denkwürdigen Abend gegen den Bundesligisten durch, der einmal mehr die Hauptprobleme dieser Saison aufgezeigt bekam. Entsprechend ratlos kommentierte Sportvorstand Markus Krösche die bittere Niederlage in den Katakomben. „Wir machen die gleichen Fehler, wie wir sie in den letzten Wochen auch gemacht haben“, sagte der 45-Jährige, der bereits am Samstag ähnliche Worte gefunden hatte. Aussagen, die zur Entlassung von Trainer Toppmöller führten. Obwohl im ersten Spiel nach der Trennung „ein paar Dinge besser“ gelaufen seien, fiel die Eintracht „in die gleichen Muster“ zurück, wurde Krösche deutlich.
Anders als einige Spieler versuchte sich der Sportvorstand an einer Erklärung für die zuletzt schwachen Auftritte. Die Eintracht hat seit dem Jahreswechsel kein Spiel gewonnen, in jeder Partie drei Gegentore kassiert und immer wieder eigene Führungen leichtfertig aus der Hand gegeben. „Den Jungs fehlt es an Selbstvertrauen und an Sicherheit“, erklärte Krösche und räumte ein, dass der Verein gerade „ein tiefes Tal durchschreiten“ muss. Dennoch müsse jeder Spieler die zuletzt gehäuften Fehler „zeitnah“ abstellen. Am Samstag steht für die Hessen eine schwierige Partie gegen die TSG Hoffenheim an. Ein Sieg wäre wichtig, um den Anschluss an die Champions-League-Plätze nicht zu verlieren.
Die Interimstrainer Alexander Meier und Dennis Schmitt werden die Mannschaft auch am Wochenende betreuen, bestätigte Krösche. „Es wäre schon, wenn wir die Probleme mit einem Bierchen lösen könnten. Dann hätten wir das schon gemacht“, sagte Schmitt auf der Pressekonferenz nach der Niederlage in Baku und versicherte, trotz der knappen Trainingszeit „alles dafür zu tun, um diese Muster aufzubrechen.“
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