Eintracht Frankfurt

„Ich finde Frankfurt geil“ – Bas Dost bereut Sporting-Abgang nicht

Im August 2016 wechselte Bas Dost vom VfL Wolfsburg zu Sporting Lissabon. Nach ziemlich genau drei Jahren kehrte der Mittelstürmer nun in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt zurück. Im „Kicker“ erklärt der Niederländer was ihn zu dieser Entscheidung bewogen hat, wieso er nicht mit Sebastian Haller verglichen werden will und wie die Frankfurter Chancen in der Europa League aussehen.

„Dann habe ich sofort an Deutschland gedacht“

Stolze 93 Tore erzielte Dost in 127 Pflichtspielen für Sporting Lissabon. „Nach zwei Jahren in Lissabon waren meine Freundin und ich uns einig: Wir bleiben für immer hier“, blickt der heute 30-Jährige zurück. Dann kam doch alles anders. Im Mai 2018 überfielen Hooligans von Sporting das Trainingszentrum der eigenen Mannschaft und verletzten mehrere Spieler. Dost traf es bei der Attacke am Kopf. Nach diesem Vorfall wuchs der Entschluss eines Abgangs. „Es war brutal, und danach hatte ich große Angst, auf die Straße zu gehen“, erinnert sich der 18-fache Nationalspieler der Niederlande. Letztlich blieb er noch ein weiteres Jahr in Lissabon, unter anderem weil seine Freundin einen Sohn zur Welt brachte. Dost unterschrieb nach guten Gesprächen mit Kulbverantwortlichen einen neuen Dreijahresvertrag. Nur ein Jahr später wollte Sporting ihn dann im Sommer abgeben.

„Dann habe ich natürlich sofort an Deutschland gedacht“, sagt Dost, „natürlich spüre ich auch große Vorfreude auf die Spiele in der Bundesliga, das ist einfach eine geile Liga.“ Die Verhandlungen zwischen ihm und Frankfurt gestalteten sich einfach. Lediglich die Gespräche zwischen Sporting und der Eintracht gerieten mehrmals ins Stocken. Schließlich einigten sich beide Vereine auf eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro, die durch Bonuszahlungen noch um eine halbe Million ansteigen kann. Den Wechsel von der sonnigen Atlantikküste in die Hessen-Metropole bereut der Angreifer nicht. „Ich finde Frankfurt mit der schönen Skyline übrigens auch geil. Es gefällt mir sehr hier“, sagt Dost.

Bas Dost lehnt Vergleiche mit Haller ab

Nach den Abgängen der Frankfurter „Büffelherde“ aus der vergangenen Saison drängte sich in Frankfurt natürlich die Frage auf, wer die drei Stürmer bei der Eintracht ersetzen kann. Mit Andre Silva, Goncalo Paciencia und eben Bas Dost hat Frankfurt jetzt ein neues Sturmtrio. Als Nachfolger Hallers, mit dem der Vergleich am naheliegendsten erscheint, sieht sich der Niederländer nicht. „Mir ist sowas egal. Haller hat es hier sehr gut gemacht, auch in Utrecht. Es kann sein, dass wir ähnlich sind, aber ich kenne ihn nicht gut genug. Ich bin Bas Dost, mit anderen beschäftige ich mich nicht.“

Am kommenden Donnerstagabend trifft die Eintracht im heimischen Stadion auf Standard Lüttich. Nach der bitteren 0:3-Niederlage und dem 1:0-Auswärtserfolg gegen Guimaraes ist die Partie gegen den belgischen Vertreter eine Standortbestimmung. „Wir wollen weiterkommen, also müssen wir gewinnen“, so Dost, „das letzte Jahr hat den Leuten so viel gegeben, man spürt das. Wir verlieren 0:3 gegen Arsenal, trotzdem werden wir beklatscht bis zum Ende. Das ist schon etwas Spezielles, das habe ich noch nicht erlebt. Vom Halbfinale träumen will der Stürmer noch nicht. „Realistisch voraussagen kann man das nicht, aber du fühlst, dass die Leute Lust haben.“