FC Augsburg

Philipp Max – Der Überflieger der Saison?

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Viele rieben sich die Augen, als vor einigen Wochen der britische „Guardian“ eine Liste veröffentlichte, indem Spieler aufgelistet wurden, die im Vergleich zur vergangenen Saison den größten Leistungssprung gemacht haben sollen. Die Rede ist hierbei von den europäischen Top-Ligen. Neben Ciro Immobile, Nabil Fekir und Simone Zaza fand man hier auf Platz zehn auch einen gewissen Philipp Max vom FC Augsburg, der vor allem international bislang fast gänzlich ein unbeschriebenes Blatt war.

Top-Vorlagengeber der Hinrunde

Jüngster Beweis für seine Leistungen: Im Heimspiel des FC Augsburg gegen den SC Freiburg läuft die 91. Minute, als Philipp Max eine Flanke von links butterweich auf den Kopf seines kongenialen Abnehmers Alfred Finnbogason schlägt, der zum 3:2 einköpft. Für den 24-jährigen Linksverteidiger bereits die zehnte Vorlage. Dazu erzielte er im Spiel gegen Eintracht Frankfurt auch sein bislang einziges Tor in dieser Spielzeit.

In seiner dritten Bundesliga-Saison spielt Max besser denn je. Die Gründe sieht er einerseits in der Harmonie der Augsburger Mannschaft, andererseits aber auch mit seinem stressbefreiten Sommer: „Ich habe zum ersten Mal wirklich eine richtige Vorbereitung gehabt. Im letzten Jahr war Olympia, im Jahr davor bin ich erst spät zur Mannschaft gestoßen.“ Er fühle sich fit und die Mannschaft verstehe sich auf dem Feld gut: „So blüht man auch als einzelner Spieler auf.“

Max zählte zwar bereits in der letzten Saison zum Stammpersonal der Fuggerstädter, erregte jedoch bis dahin kein großes Aufsehen. Er spielte solide – nicht mehr und nicht weniger. Das lag auch daran, dass er besonders unter Dirk Schuster immer wieder zwischen unterschiedlichen Positionen rotieren musste. Unter Manuel Baum änderte sich dies und so kommt er nun immer auf der linken Außenverteidigerposition zum Einsatz.

Dauerbrenner und Flankenkönig

Philipp Max hat neben den zehn Torvorlagen auch weitere gute Statistiken vorzuweisen. Neben seiner beachtlichen Zweikampfquote von 57,3% rangiert er mit 2,68 Torschussvorlagen pro Spiel auf Platz sieben der Bundesliga. Außerdem lief er in der Hinrunde knappe 192 Kilometer.

Interessant ist auch sein Werdegang: Dass Max ausgerechnet unter Baum zu einem der aktuell besten Außenverteidiger in der Liga reift, hat bereits eine Vorgeschichte. Denn bereits in der frühen Phase seiner Karriere kreuzten sich die Wege mit denen seines heutigen Bundesliga-Trainers. Der Augsburg-Coach war einer der Lehrer von Max, als dieser noch die Walter-Klingenbeck-Realschule in Taufkirchen besuchte. Damals spielte er in der U17 des FC Bayern München, schaffte dort aber nie den Durchbruch. Dies sollte sich mit einem Wechsel in die Knappenschmiede der Schalker ändern. Man erkannte das Offensiv-Potenzial von Max und setzte ihn vorwiegend sogar im Sturmzentrum ein.

Mit 15 Toren in seinem zweiten Jahr erinnerte er stark an seinen Vater Martin, der in Diensten von 1860 München 2000 und 2002 Torschützenkönig der Bundesliga wurde. In der Reserve der Königsblauen wechselte er jedoch wieder zurück auf die Linksverteidiger-Position. Zum Ende der Saison 2013/14 war er Dauergast im Schalker Profikader und durfte ausgerechnet im Revierderby gegen Borussia Dortmund zum ersten Mal Bundesliga-Luft schnuppern. Im folgenden Sommer schloss er sich dann dem Karlsruher SC an. Dieser Wechsel war dann das endgültige Sprungbrett für Max in die Fußball-Bundesliga. Nach nur einer Saison beim KSC wechselte er zu seinem jetzigen Arbeitgeber dem FC Augsburg.

Max ein Kandidat für die DFB-Elf?

Die Chancen für Max, es irgendwann in den Kader der Nationalmannschaft zu schaffen, stehen gar nicht mal so schlecht, denn schließlich weiß auch sein Trainer: „So viele gibt es auf der Position nicht.“ Zumindest als Back-Up für den Kölner Jonas Hector wäre Max eine ernstzunehmende Alternative. Nationaltrainer Joachim Löw probierte auf dieser Position bereits mehrere Spieler aus.

Ein Manko könnte sein, dass Max noch Schwierigkeiten hat, seine Passquote hoch zu halten. Besonders im Nationalteam ist dies von hoher Bedeutung, da diese einen Ballbesitzorientierten Fußball spielen. Bei den Augsburgern geht es eher um ein schnelles Umschalten. Es bleibt abzuwarten wie sich Max in der Rückrunde präsentiert. Sollte er die Hinrunde bestätigen, wird es für den Bundestrainer nur schwer um Max herum zu kommen.

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