Bundesliga

Fussballeck-Topspiel: BVB gegen Tabellenführer Gladbach und ihre Ergebniskrise

Am Samstagabend (18:30) kommt es zum Topspiel und gleichzeitig Borussen-Duell im Westfalenstadion. Gladbach kommt als Tabellenführer nach Dortmund. Der BVB spielt nicht nur für eine bessere Positionierung in der Tabelle, sondern auch gegen seine aktuelle Ergebniskrise. Gegen Gladbach hat der BVB die Chance die öffentliche Diskussion um Mentalitätsprobleme oder Trainerfragen zu ersticken. Borussia Mönchengladbach wiederum kann durch einen Sieg gegen selbst ernannte Meisterkandidaten die Tabellenführung untermauern.

Favre: „Wollen unbedingt gewinnen“ Alcacér fällt aus

Lucien Favre ließ sich wie gewohnt bei der Pressekonferenz vor dem Spiel nicht in die Karten schauen. „Wir wollen unbedingt gewinnen“, sagt der Schweizer und äußerte sich kurz zum verfügbaren Personal. Nico Schulz trainiert seit einigen Tagen wieder voll mit hat „keine Schmerzen“; er tastet sich nun Stück für Stück an die Startelf heran. Am Wochenende wird jedoch Raphael Guerreiro wieder auf der Linksverteidigung spielen. Mit dem Portugiesen, auch das ergab die Pressekonferenz, haben die Schwarz-Gelben offiziell bis 2023 verlängert. Achraf Hakimi wird auf der rechten Seite verteidigen, da Lukasz Pisczek noch keine Option darstellt. Er wird nach seinem verletzungsbedingten Ausfall mehr und mehr ins Teamtraining integriert.

Wirklich bitter für Favre und sein Team ist der erneute Ausfall von Paco Alcacér. Nach ausbleibenden öffentlichen Äußerungen zu der Achillessehnenreizung des Spaniers stand ein Einsatz auf der Kippe, nun ist klar: Er wird nicht spielen können, seine Rückkehr bleibt offen. Es ist das dritte Pflichtspiel, dass der Spanier in Folge verpasst. Seine Tore werden fehlen, auch wenn Dortmund-Kapitän und Ex-Gladbacher Marco Reus in elf Partien gegen die Fohlen neun mal das Tor traf.

Rose sieht keine BVB-Krise und fordert „Selbstbewusstsein“

„Ich kann bei ihnen keine Krise erkennen. Sie hätten alle ihre Spiele auch gewinnen können“, sagte Gladbach-Trainer Marco Rose auf der Pressekonferenz bezogen auf Dortmunds letzte Begegnungen in der Liga (dreimal 2:2). Daher müsse man „selbstbewusst“ auftreten. „Es ist wichtig, dass wir am Samstag in Dortmund den positiven Eindruck mitnehmen“, sagt der 43-Jährige. Personell gibt es für dieses Ziel einige Lichtblicke für Rose. Der eigentlich für mehrere Wochen verletzt abgeschriebene Stefan Lainer könnte bereits gegen Dortmund wieder spielen.

Alternativ könnte der 19-jährige Jordan Bayer auf der linken Seite oder in der Innenverteidigung auflaufen, Tony Jantschke wird durch den Ausfall von Mathias Ginter dann die jeweils andere Position ausfüllen. Auch Fanliebling Lars Stindl ist nach seiner langen Verletzung wieder im Kader. Bis er eine vollwertige Verstärkung sein wird müsse er laut Rose jedoch „bei 100%“ sein.

Dortmunder Wendepunkt oder Gladbacher Steigbügel?

Gladbach kommt mit breiter Brust aus den letzten Ligapartien, wurde viel gelobt und hat mit ansehnlichem Fussball zurecht Platz eins in der Beletage des deutschen Fussballs eingenommen. In Dortmund gab man zuletzt dreimal Führungen knapp aus der Hand und musste sich der öffentlichen Diskussion aussetzen. Die kommenden Wochen des BVB, inklusive des Revierderbys gegen Schalke 04, sind der Gradmesser ihrer Saison. Glück für die Dortmunder ist das enge Rennen der Mannschaften im oberen Tabellendrittel. Für beide Mannschaften bedeutet der Sieg mehr als nur drei Punkte.

Gladbach würde sich von der Konkurrenz in Tabellennähe, die in den anderen Stadien teils gegeneinander spielen müssen, absetzen. Dem BVB droht bei Remis oder Niederlage ein noch größeres Medienecho und der Verlust des Anschlusses an die Konkurrenz. Gladbach könnte zum Wendepunkt der bisher wechsellaunigen Saison werden. Der BVB kam bisher mit offensiv agierenden Mannschaften besser zurecht, eine Chance also für die Elf von Favre. Dem Team von Marco Rose hingegen scheint das System des Gegners egal, die Fohlen sind in bestechender Form. Eine Prognose für dieses Spiel scheint unmöglich. Alles hängt davon ab, welches Gesicht Schwarz-Gelb am Samstagabend zeigen weiß – das eines Meisterkandidaten oder das Spiegelbild einer drohenden Krise.

Die voraussichtlichen Aufstellungen der Mannschaften

BVB: Bürki – Hakimi, Akanji, Hummels, Guerreiro – Witsel, Delaney – Reus – Sancho, Götze, Hazard

Gladbach: Sommer – Jantschke, Elvedi, Bensebaini, Wendt – Kramer – Benes, Zakkaria – Embolo – Plea, Thuram