SC Paderborn

Paderborns Mamba: „Was man über den Osten hört, ist definitiv nicht so“

Will man derzeit beim SC Paderborn einen Spieler hervorheben, muss die Wahl fast zwangsläufig auf Streli Mamba fallen. Dabei war der Stürmer gar nicht am überraschenden Aufstieg beteiligt. Mit Cottbus stieg er noch vor wenigen Monaten aus der 3. Liga ab, jetzt mischt er das Oberhaus auf. Nach den ersten drei Erstliga-Spielen seiner Karriere stehen für den 25-Jährigen bereits zwei Tore und eine Vorlage zu Buche, auch im Pokal netzte er ein.

Cotttbus als „letzte Chance“ für Mamba

Als „nicht vorhersehbar“ bezeichnet Mamba im „kicker“ seinen guten Start. Der Abstieg mit Cottbus hingegen „war sehr bitter“. Seine drei Jahre bei den Lausitzern waren schließlich „eine wunderschöne Zeit“, auch neben dem Platz. Von Rassismus „habe ich im und um den Verein nichts gespürt. Cottbus ist bunt“, stellt er klar. „Viel von dem, was man über den Osten hört, ist definitiv nicht so“. Wenn es auf der Straße „mal ein paar dumme Sprüche“ gab, dann „meist von Älteren, denen ich das nicht übel nehme“. Bildung sei der Schlüssel und die Jüngeren „lernen ja in der Schule, dass alle Menschen gleich sind“.

Sportlich gesehen war Cottbus für ihn „vielleicht die letzte Chance, um höher zu spielen“. Nach zwei Wochen Probetraining beim Regionallligisten war Trainer Pele Wollitz von ihm überzeugt. Mamba „hatte zuvor in unteren Ligen schon einiges erlebt“. In der Jugend spielte er unter anderem für Kaiserslautern, Stuttgart und Karlsruhe. Anschließend war Mamba für mehrere Regional- und Oberligisten aktiv. Homburg, Göppingen, Grunbach und Freiberg waren seine Stationen, ehe er 2015 bei der zweiten Mannschaft des SV Sandhausen landete. Von dort aus ging es ein Jahr später nach Cottbus, was nur anfangs „wie ein Kulturschock“ gewesen sei.

Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images

„Konzentriere mich voll auf Paderborn“

Wollitz und seinen jetzigen Trainer Steffen Baumgart schätzt er zwar als „zwei ganz unterschiedliche Menschen“ ein. Was die beiden impulsiven Charaktere jedoch eint, ist dass „sie super an die Spieler herankommen und auf sie eingehen“. Im Land seiner Vorfahren war der Angreifer noch nie. „Aber mein Berater ist mit dem Kongo im Austausch“. Eine Nationalmannschaftskarriere ist aktuell allerdings kein Thema, „ich konzentriere mich voll auf Paderborn“. Mamba, der wie sein Teamkollege Christopher Antwi-Adjej zu den zehn schnellsten Bundesligaspielern gehört, kam in Cottbus in 110 Pflichtspielen auf 44 Tore und 17 Vorlagen. Wenn er diese Quote bei den Ostwestfalen bestätigen kann, könnte der Spätstarter in mancherlei Hinsicht womöglich gar auf den Spuren von Jürgen Klinsmann wandeln, der wie Mamba ein Sohn der Stadt Göppingen ist.