SV Werder Bremen

So trauert Hoeneß um den toten Werder-Manager

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Willi Lemke ist tot. Fußball-Deutschland trauert um den früheren Manager und Aufsichtsrats-Chef von Bundesligist Werder Bremen. Lemke war am am Montag im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer Gehirnblutung verstorben. Am 19. August 2024 wäre Willi Lemke 78 Jahre alt geworden. Willi Lemke tot – Das Portal Fussballdaten.de verneigt sich vor der Lebensleistung von Willi Lemke und blickt auf seine Transfers und seine mitunter innovativen Ideen bei Werder Bremen.

„Die Nachricht vom Tod von Willi Lemke hat mich traurig gemacht. Willi Lemke war ein Mann der Kontroverse: Jeder weiß, dass wir oft diskutiert und gestritten haben“, so kommentierte Bayern-Macher Uli Hoeneß (72) am Dienstag den Tod des ehemaligen Werder-Managers und Rivalen von der Weser, „aber er war auch ein Mann des Dialogs, und letztlich haben wir zu einem guten Verhältnis gefunden. Er hat die Bundesliga und den deutschen Fußball sehr bereichert.“

Wie cool und wie clever Willi Lemke bei Werder Bremen agierte, zeigt diese Episode vom 6. September 1988. Europapokal der Landesmeister, 1. Runde. Mit 0:3 hatte Bremen beim DDR-Rekordmeister BFC Dynamo Berlin verloren. Im Presseraum des Jahnstadions drängelte sich nach dem Spiel und während des Monologs von Trainer Otto Rehhagel (86) ein aufgeregter, ja heb gedrehter Mann mit sächsischem Idiom nach vorne: „Herr Lemke, der Doping-Bericht, der Doping-Bericht…“ Lemke tonlos: „Was ist mit dem Doping-Bericht? Darum kümmern wir uns später.“

Wie Lemke mit dem „Doping-Bericht“ tatsächlich verfuhr, wissen wir nicht. Was wir aber wissen: Vor dem Rückspiel in Bremen ließ er die DDR-Stars um Thomas Doll, Frank Rohde und Andreas Thom eine ausgiebige Shopping-Tour durch die City der Hansestadt machen. Wohl abgelenkt durch so viel Konsumgüter, verloren die Berliner mit 0:5. Eines von vielen „Weser-Wundern“, die Bremen während der Ägide von Willi Lemke zwischen 1981 und 1999 erlebte.

Willi Lemke tot: Mit Bremen 2-mal Deutscher Meister

Lemke, bildete mit „König Otto“ Rehhagel und dem 2004 verstorbenen Präsidenten Dr. Franz Böhmert ein kongeniales Erfolgs-Gespann bei Werder Bremen. Unter ihrer Regie gewannen die Bremer

  • 2 ihrer 4 Meisterschaften in der Bundesliga (1988, 1993),
  • 2-mal den DFB-Pokal (1991, 1994) und – als Krönung –
  • 1992 in Lissabon gegen die AS Monaco und Arsene Wenger (2:0) den Europapokal der Pokalsieger.

200.000 statt 600.000

  • Lemke holte viele Stars nach Bremen, u. a. Rudi Völler (1982, 1860 München), Bruno Pezzey (1983, Frankfurt), Karl-Heinz „Air“ Riedle 1987 von Blau-Weiß 90 Berlin, Andreas Herzog (1992, Rapid Wien), Bruno Labbadia (1995, Köln) und Ailton (1998).

Im Januar 2014 sagte er in einem Interview mit Transfermarkt.de über seinen besten Transfer: „Rune Bratseth (…), ich glaube, sein Verein aus Trondheim wollte 600.000 Mark für ihn, aber Rune hat uns gesagt: „Keine Sorge, die haben mir versprochen, dass ich wechseln darf. Überzieht das nicht mit der Ablöse. Am Ende haben wir ihn für 200.000 bekommen – den weltbesten Abwehrspieler.“ Ein Schnäppchen.

Willi Lemke sorgte am 18. März 1989 für ein Novum in der Bundesliga. Der Werder-Manager verkaufte das komplette Heimspiel gegen die nicht als Zuschauermagneten durchgegangenen Kurpfälzer von Waldhof Mannheim an den Automobilhersteller Citroën. So gingen 30.000 Tickets zu Discounterpreisen an die Fans, das Weserstadion war ausverkauft. Und 37.204 Zuschauer bejubelten einen 2:1-Sieg. Genial.

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