Bundesliga

Van Bommels Vorgänger: Die spektakulärsten Bundesliga-Wechselfehler

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War bei der EM in der Verlängerung noch eine sechste Einwechslung gestattet, unterlief einem Bundesliga-Klub am Wochenende im DFB-Pokal diesbezüglich ein schwerer Fauxpas. Der Wechselfehler von Mark van Bommel beim VfL Wolfsburg verlängerte die Liste einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen beim Personaltausch. Nachfolgend die prominentesten Fälle:

Weisweiler der Erste, Drama um Daum

1977: Die Mutter aller Wechselfehler in der Bundesliga: Trainerlegende Hennes Weisweiler wechselt als Coach des 1. FC Köln bei der 0:4-Niederlage bei Eintracht Frankfurt den belgischen Stürmer Roger van Gool als dritten ausländischen Spieler ein. Seinerzeit sind nur zwei solcher Wechsel erlaubt. Van Gools Karriere leidet allerdings nicht darunter. Unter Weisweiler wird er mit Köln 1978 Deutscher Meister, erreicht 1979 das Finale des Europapokal der Landesmeister und gewinnt insgesamt zwei Mal den DFB-Pokal.

1992: Besonders teuer war der Wechselpatzer von Christoph Daum als Trainer des VfB Stuttgart. In der Qualifikation zur Champions League gegen Leeds United schickte er in dem Serben Jovica Simanic einen vierten Ausländer auf den Rasen – einer mehr als erlaubt.  „Ich brauchte einen großen, kopfballstarken Abwehrspieler“, erklärte der Coach später, weshalb er beim Stand von 1:4 den Innenverteidiger für Mittelfeldmann Maurizio Gaudino gebracht hatte – eine verhängnisvolle Entscheidung.

Die neu gegründete Königsklasse feierte vor 29 Jahren ihre Premiere und löste gerade den Europapokal der Landesmeister ab. Nach einem 3:0 im Hinspiel hätte dem damaligen Deutschen Meister das Auswärtstor zum Einzug in die zweite Runde gereicht, dann hätte Stuttgart in die Gruppenphase einziehen können. Doch nach Daums Wechselfehler wertete die UEFA das Rückspiel mit 0:3. Das angeordnete Entscheidungsspiel auf neutralem Boden verliert man mit 1:2. Für Simanic sollte es der einzige Einsatz im VfB-Trikot bleiben – Daum setzte den Abwehrmann anschließend nie wieder ein.

Foto: imago images

„Keine Lust mehr, Trainer in Deutschland zu sein“

1993: Beim 5:2-Erfolg von Eintracht bei Bayer Uerdingen wechselt Trainer Horst Heese einen Ausländer zuviel ein. Am Grünen Tisch wird den Krefeldern ein 2:0-Sieg zuerkannt. Der langjährige Bundesliga-Spieler (u.a. Eintracht Frankfurt und Hamburger SV) und spätere Coach Heese ist ohnehin nur für drei Monate eingesprungen, zur neuen Saison soll Klaus Toppmöller übernehmen. Heese erinnert sich 27 Jahre später auf der SGE-Homepage noch genau an den folgenschweren Fehler.

„Slobodan Komljenovic hatte sich direkt vor der Trainerbank verletzt, blutete am Kopf wie ein Schwein. Wir waren geschockt. Ich wusste nicht, dass der Slobo Deutscher ist, wechselte Marek Penksa, einen Slowaken, ein. Plötzlich rief ein Fan: ‚Heese, du hast Mist gebaut!‘ Da fiel es unseren Betreuern auch auf. Ich holte Penksa, der kein einziges Mal am Ball war, wieder runter, doch der DFB blieb hart, wir verloren die Punkte. Der Titel war endgültig futsch, am Ende wurden wir Dritter. Und in den Medien musste ich lesen: ‚Heese kann nicht bis drei zählen.‘ Da hatte ich keine Lust mehr, Trainer in Deutschland zu sein. Solche Sprüche musste ich meiner Familie nicht antun. Schade, bei der Eintracht hätte noch mehr entstehen können.“ Später übernimmt Heese noch den VfB Gießen und ist von 2003 bis 2005 Nationaltrainer Maltas.

Ein Amateur zu viel für Trapattoni

1995: Auch der 5:2-Sieg von Bayern München bei Eintracht Frankfurt ist ein Muster ohne Wert. Dietmar Hamann ist bereits der vierte Vertragsamateur auf dem Platz. Coach Giovanni Trapattoni hat sich verzählt. Der FC Bayern war im Vorfeld mit großen Personalsorgen und nur zwölf Profis nach Frankfurt gereist. Von den letzten sieben Spielen hatte man bei fünf Remis nur eines gewinnen können. Als Thomas Helmer verletzt ausscheidet, wechselt Trapattoni mit Marco Grimm den dritten Amateur ein – damit ist die Grenze erreicht.

Doch um das zwischenzeitliche 3:2 abzusichern, bringt der Coach in der 73. Minute den Abräumer Hamann. Die Bayern erhöhen daraufhin zwar sogar noch auf 5:2 und gewinnen eigentlich so hoch wie nie zuvor in Frankfurt. Nach Abpfiff legen die Gastgeber jedoch Protest ein, das Spiel wird mit 2:0 für Frankfurt gewertet.

1995: Diesmal erwischt es Winfried Schäfer beim Karlsruher SC. Sergej Kirjakow ist der überzählige vierte Ausländer, den er im Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf das Feld schickt. Da der KSC die Partie ohnehin mit 1:4 verliert, bleibt das Ergebnis bestehen.

Foto: imago images

Von Augenthaler bis Rehhagel – es trifft die Besten

1996: Als Ersatz für Franz Beckenbauer lässt Klaus Augenthaler in der Bayern-Partie gegen Fortuna Düsseldorf viermal auswechseln – damals noch nicht erlaubt. Interimscoach Augenthaler, als früherer Assistent Trapattonis bereits in den Vorfall um Hamann involviert, verliert am letzten Bundesliga-Spieltag der Saisoin 1995/96 den Überblick.

Beckenbauer ist aufgrund einer Nierenkolik verhindert, der Weltmeister von 1990 springt ein. Die Münchner liegen mit 0:2 zurück, Augenthaler bringt nach der Pause Alexander Zickler, Andreas Herzog und Marcel Witeczek für Dieter Frey, Mehmet Scholl und Emil Kostadinov. Doch weil der verletzte Oliver Kahn in der Kabine bleiben muss, kommt mit Ersatztorwart Michael Probst zeitgleich ein vierter Spieler in die Partie. Schiedsrichter Lutz Wagner bemerkt nichts, Bayern spielt noch 2:2. Da Düsseldorf später keinen Protest einlegt, hat das Ganze für den frischgebackenen UEFA-Cup Sieger allerdings keine Konsequenzen.

1998: In eine andere Wechselfalle tappt Otto Rehhagel. Er wechselt im Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den VfL Bochum Pascal Ojigwe ein. Der Nigerianer ist der vierte Nicht-Europäer auf dem Platz. Die Bochumer bemerken das Missgeschick Rehhagels, der amtierende Meister schaltet daraufhin mehr als nur einen Gang herunter. Am Ende gewinnen die Gäste locker mit 3:2, Protest gibt es keinen.

2004: Nichtsahnend nominiert Eric Gerets im Pokalspiel des VfL Wolfsburg bei den Amateuren des 1. FC Köln Marian Hristov für die Startformation. Doch der Bulgare ist wegen einer Roten Karte aus der vorvergangenen Saison im Trikot des 1. FC Kaiserslautern nicht spielberechtigt. Nur zwei Tage später ist Peter Pander nach zuvor 13 Jahren im Amt nicht mehr Manager der Wölfe, offiziell wird sein Abgang als freiwilliger Rücktritt verkauft.

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