Christof Koepsel/Getty Images
Nach über 460 Tagen hätte Lena Oberdorf am Freitag ihr langersehntes Comeback für die DFB-Frauen geben sollen. Bundestrainer Christian Wück hatte die 23-Jährige vergangene Woche erstmals in seinen Kader berufen. Doch nach Untersuchungen am Montag musste die Mittelfeldspielerin einen herben Rückschlag hinnehmen: Ihren zweiten Kreuzbandriss innerhalb von 16 Monaten. Entsprechend groß saß der Schock bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, als die Spielerinnen im Quartier in Düsseldorf von der erneut schweren Verletzung erfuhren.
Auch DFB-Direktorin Nia Künzer reagierte schockiert auf die bittere Diagnose. „Meine Gedanken sind bei Obi“, sagte die 45-Jährige, die sich im Laufe ihrer Profikarriere selbst viermal das Kreuzband gerissen hatte. Daher könne die ehemalige Abwehrspielerin Oberdorfs „Situation nachempfinden. Sie ist angefasst. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es ein Wechselbad der Gefühle ist. Ich bin froh, dass ich mit ihr sprechen konnte. Es ist sehr hart für Obi.“
Der DFB werde die Weltklasse-Sechserin bestmöglich unterstützen. „Wir werden alles für sie tun, was möglich ist. Es ist für sie persönlich ein großer Rückschlag“, so Künzer. Obwohl die Vorfreude auf das bevorstehende Nations-League-Final-Four im DFB-Quartier groß ist, sei die Stimmung nach der Oberdorf-Nachricht „entsprechend. Einige Spielerinnen sind sehr traurig“, sagte Künzer. Nach Giovanna Hoffmann ist Oberdorf die zweite Spielerin, die monatelang fehlen wird.
Der Ausfall ihrer Mannschaftskolleginnen sei aber auch ein Ansporn, in den kommenden Partien gut abzuschneiden. „Sie wollen jetzt ein Zeichen für Obi setzen. Das ist es, was diese Mannschaft auszeichnet. In diesem Team steckt wahnsinnig viel drin. Und wir hätten gerne Lena Oberdorf und Giovanna Hoffmann, die sich ja auch das Kreuzband gerissen hat, in unserer Mitte gehabt“, so Künzer. Die gebürtige Thailänderin freute sich über die guten Verkaufszahlen der anstehenden Länderspiele, die „nicht hinderlich“ für die deutsche Bewerbung für die EM 2029 seien. „Wir können offenbar das Publikum mit unserem Fußball begeistern.“
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