Vier Stuttgarter sollen im nächsten DFB-Aufgebot steht - ein weiterer wechselt den Verband. Foto: Lars Baron/Getty Images
Nach den Absagen von Can Uzun und Kenan Yildiz hat ein weiterer Spieler der deutschen Nationalmannschaft den Rücken gekehrt. Mahmoud Dahoud vom VfB Stuttgart wird künftig für Syrien auflaufen. Dies bestätigte der 28-Jährige gegenüber „Sky“.
Dahoud hat den syrischen Verband bereits über seine Entscheidung informiert. Syriens Nationaltrainer Héctor Cúper hat seinen Kader für die kommenden WM-Qualifikationsspiele noch nicht bekannt gegeben. Es gab Spekulationen, dass Dahoud dabei sein könnte. „Von der Idee, für Syrien zu spielen, war ich sehr schnell angetan“, begründete der Rechtsfuß seine Entscheidung.
„Deutschland ist mein Zuhause. Syrien ist das Herkunftsland meiner Familie und schließlich auch mein Geburtsland. Und ich habe schon früh von meiner Familie gelernt, wie privilegiert wir in Deutschland leben dürfen und wie wichtig es gleichzeitig ist, den Menschen in Syrien Freude zu bringen. Das möchte ich gerne tun und freue mich sehr auf dieses Herzensprojekt“, sagte er weiter.
Dahoud, der seit Januar von Brighton & Hove Albion an den VfB Stuttgart verliehen ist, wurde im syrischen Amûdê geboren. Seine Eltern flohen kurz nach seiner Geburt nach Deutschland, wo er unter anderem bei Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach ausgebildet wurde.
Im Oktober 2020 gab Dahoud unter Joachim Löw sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft. Zuvor spielte er von der U18 bis zur U21 für die DFB-Auswahlen und wurde 2021 U21-Europameister. Trotz zweier A-Länderspiele für Deutschland gegen die Türkei (3:3) und Tschechien (1:0) ist der technisch versierte Kicker für Syrien spielberechtigt.
Der Verbandswechsel ist nach FIFA-Regularien noch möglich, da es sich bei beiden Partien nur um Freundschaftsspiele handelte. Somit bestritt der 28-Jährige kein offizielles Pflichtspiel für den DFB. Auch Jermaine Jones (USA) und Roman Neustädter (Russland) liefen nach Länderspielen im DFB-Trikot für eine andere Nationalmannschaft auf.
Wann Dahoud erstmals für seine „neue“ Nationalmannschaft spielen wird, ist noch offen. Ende März stehen für Syrien zwei Spiele gegen Myanmar an. Die syrische Nationalmannschaft steht in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 89 und hat noch nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen. Bei der Asienmeisterschaft im Januar scheiterten die „Roten Adler“ am Iran.
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