(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)
Für Curaçao beginnt bei der Weltmeisterschaft ein Abenteuer – und für Trainer Dick Advocaat eine ganz besondere Mission. Der 78-jährige Niederländer glaubt fest daran, dass der krasse Außenseiter gleich zum Auftakt für eine Überraschung sorgen kann. Am 14. Juni trifft das Team aus der Karibik in Houston auf Deutschland – ein Spiel, das auf dem Papier klare Kräfteverhältnisse verspricht, aber laut Advocaat alles andere als entschieden ist.
„Es ist etwas Besonderes für uns, hier dabei zu sein“, erklärte der erfahrene Coach im Trainingslager in Noordwijk. „Wir spielen gegen Fußballer, die wir sonst nur aus dem Fernsehen kennen. Aber im Fußball kann jeder überraschen. Warum nicht Curaçao?“ Mit dieser Einstellung geht der Turnierneuling in sein erstes WM-Spiel der Geschichte.
Advocaats eigener Weg zurück auf die Bank von Curaçao war zuletzt von Turbulenzen geprägt. Erst hatte er sein Amt niedergelegt, um sich um seine erkrankte Tochter zu kümmern. Nach nur drei Monaten trat jedoch sein Nachfolger Fred Rutten zurück – und Advocaat kehrte überraschend zurück. Berichten zufolge drängten sowohl Spieler als auch Sponsor Corendon auf sein Comeback, was intern für Diskussionen sorgte.
„Es waren schwierige Wochen, in denen viel passiert ist“, räumte der Routinier ein. „Vielleicht hätte sich alles auch anders entwickeln können.“ Dennoch zögerte er nicht, die Aufgabe erneut zu übernehmen: „Ich habe keinen Grund gesehen, es nicht zu tun.“
Nun richtet sich der Blick komplett nach vorne. Für das kleinste Land, das jemals an einer Weltmeisterschaft teilnimmt, ist bereits die Qualifikation ein historischer Erfolg. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Die nächste Runde zu erreichen, ist unser Ziel“, betonte Advocaat selbstbewusst.
In Gruppe E wartet allerdings eine enorme Herausforderung. Neben Deutschland bekommt es Curaçao auch mit der Elfenbeinküste und Ecuador zu tun. Die Rollen sind klar verteilt, doch genau darin sieht Advocaat auch eine Chance. Der Druck liegt auf den Favoriten – Curaçao kann befreit aufspielen.
Die Euphorie in der Heimat ist riesig. „Die Freude der Menschen ist unglaublich“, sagte Advocaat. „Davon könnten wir uns in den Niederlanden ruhig eine Scheibe abschneiden.“
Ob es tatsächlich zur Sensation reicht, bleibt abzuwarten. Doch eines steht fest: Curaçao reist nicht als bloßer Statist zur WM – sondern als Team mit Mut, Überzeugung und dem klaren Ziel, die Fußballwelt zu überraschen.
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