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Aston Villa wegen Rwanda-Deal in der Kritik

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Aston Villa sieht sich kurz nach der Verkündung seines neuen Hauptsponsors mit deutlicher Kritik von Menschenrechtsorganisationen konfrontiert. Der Premier-League-Klub hat eine mehrjährige Partnerschaft mit „Visit Rwanda“ abgeschlossen. Medienberichten zufolge soll das Abkommen ein Volumen von rund 20 Millionen Pfund pro Jahr haben.

Besonders Amnesty International UK äußerte Bedenken gegen die Zusammenarbeit. Die Organisation wirft Ruanda vor, Sportpartnerschaften zu nutzen, um von Menschenrechtsfragen und internationalen Vorwürfen abzulenken. Amnesty-Kampagnenchef Felix Jakens sprach von einem weiteren Beispiel für sogenanntes „Sportswashing“ und forderte Aston Villa sowie die Premier League auf, diese Strategie nicht zu unterstützen.

Konkret verweist Amnesty auf Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo. Menschenrechtsaktivisten werfen Ruanda vor, dort eine problematische Rolle einzunehmen. Die ruandische Regierung weist diese Anschuldigungen allerdings regelmäßig zurück und bestreitet, Rebellengruppen in der Region zu unterstützen.

Für Aston Villa hat der Deal vor allem wirtschaftliche Bedeutung. Der Klub bezeichnete die Vereinbarung als einen Meilenstein und als wichtigen Schritt zur weiteren internationalen Expansion. Das Logo von Visit Rwanda soll künftig auf den Trikots der Männer-, Frauen- und Nachwuchsmannschaften zu sehen sein.

Ruanda ist im internationalen Sportsponsoring längst kein Neuling mehr. Die Tourismusinitiative „Visit Rwanda“ arbeitet bereits mit Paris Saint-Germain und Atlético Madrid zusammen. Auch in den USA bestehen Partnerschaften mit den Los Angeles Clippers und den Los Angeles Rams. Zuvor war Visit Rwanda acht Jahre lang Ärmelsponsor des FC Arsenal – eine Kooperation, die ebenfalls wiederholt Proteste von Teilen der Fanszene ausgelöst hatte.

Für Villa kommt die neue Partnerschaft zu einem Zeitpunkt des Umbruchs im Sponsoringbereich. Der Klub war auf der Suche nach einem Nachfolger für Betano, nachdem die Premier-League-Vereine beschlossen hatten, künftig auf Trikot-Hauptsponsoren aus der Wettbranche zu verzichten.

Ob die Kritik Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass Aston Villa mit dem lukrativen Vertrag nicht nur wirtschaftliche Aufmerksamkeit erhält, sondern sich zugleich mitten in eine politische und gesellschaftliche Debatte über die Rolle von Sportsponsoring im Profifußball begibt.

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