DFB-Pokal

Drei Drittligisten im Finale, aber ein Coup bleibt einmalig

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Arminia Bielefeld gegen Bayer Leverkusen im DFB-Pokal-Halbfinale am Dienstagabend. Die Arminia kann der vierte Drittligist im Pokalfinale werden, so ein Coup gegen den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger vom Rhein gelingen sollte. Doch wer waren die Vorgänger der Bielefelder in dieser Rolle, welche Drittligisten schafften es bis ins Pokalfinale und warum war es 1993 so einzigartig? 

Willkommen zurück! Vor einem Jahr durfte der 1. FC Saarbrücken als Drittligist vom Finale in Berlin träumen.

Doch der FCS, der zuvor sensationell den FC Bayern München (2:1), Eintracht Frankfurt (2:0) und Borussia Mönchengladbach (2:1) geschlagen hatte, scheiterte ausgerechnet im Derby am großen Südwest-Rivalen 1. FC Kaiserslautern (0:2).

Halbfinale als Viertligist

Der FC Saarbrücken erreichte im Corona-Jahr 2020 gar als Regionalligist (4. Liga) das Halbfinale, doch vor leeren Rängen war man im Ausweichstadion in Völklingen gegen Bayer Leverkusen (0:3) chancenlos. Ein trostloses Ende einer unvergleichlichen Pokal-Saison für den FCS.

  • Neben den Saarbrückern scheiterten auch Kickers Offenbach (1990), Eintracht Trier (1998), der FC St. Pauli (2006) und schon einmal Arminia Bielefeld im Jahr 2015 als Teams aus der dritthöchsten deutschen Spielklasse in der Vorschlussrunde.
  • Drei drittklassige Klubs erreichten bislang das DFB-Pokal-Finale.

Erstmals gelang das 1993 der zweiten Mannschaft von Hertha BSC. „Die Hertha-Bubis“, unter anderem mit dem späteren Nationalspieler Carsten „Calle“ Ramelow, schalteten auf dem Weg ins Finale in der eigenen Stadt u. a. Titelverteidiger Hannover 96 (4:3), im Viertelfinale den 1. FC Nürnberg und den Chemnitzer FC (jeweils 2:1) aus.

  • Gegen die Chemnitzer lockten sie zum Halbfinale vor exakt 32 Jahren 56.540 Zuschauer ins Olympiastadion und Frank Zander stimmte erstmals vor der Ostkurve die heutige Hertha-Hymne „Nur nach Hause gehen wir nicht!“ an. Absoluter Kult.
  • Das Finale verloren die Berliner mit 0:1 gegen Bayer Leverkusen.
  • Es sollte über 3 Jahrzehnte der letzte Titel für die Bayer-Elf bleiben…

Drittligisten im Pokalfinale: Deshalb wird Hertha BSC II einmalig bleiben

Herthas Amateure – Wohl ein einmaliger Coup.

  • Seit 2008 sind die zweiten Mannschaften von Erst- und Zweitligaklubs nicht mehr im DFB-Pokal zugelassen.

Der nächste Drittliga-Klub im Pokalfinale kam aus dem „wilden Osten“ – Der FC Energie Cottbus überraschte erst im Halbfinale auf Schnee am 15. April (!) den Karlsruher SC (3:0) und verlor dann das Finale gegen den VfB Stuttgart (0:2).

  • Es war das letzte Spiel von Stürmerstar Giovane Elber für den VfB Stuttgart vor seinem Wechsel zu Bayern München.
  • Der 1. FC Union Berlin war vor 24 Jahren dann der bis dato letzte drittklassige Verein in einem DFB-Pokalfinale.
  • „Die Eisernen“ gingen einen bemerkenswerten Final-Weg – 1:0 gegen den VfL Bochum im Viertelfinale und 4:2 nach Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach im Halbfinale – und wurden schlagartig in ganz Deutschland bekannt.

Das „Heim-Finale“ im Olympiastadion verlor Union trotz der großartigen Unterstützung der Fans aus Köpenick mit 0:2 gegen den „Meister der Herzen“, den FC Schalke 04.

  • Somit gelang es bis heute keinem Drittligisten, in einem Pokalfinale ein Tor zu erzielen.

„Es wäre legendär“

Nun also Bielefeld.

  • Der Verein aus Ost-Westfalen kann als Drittligist das Pokalfinale schaffen, eliminierte auf dem Weg ins Halbfinale drei Bundesligisten – Union Berlin (2:0), den SC Freiburg (3:1) und Werder Bremen (2:1).

„Dieser Weg ins Halbfinale war schon großes Kino“, sagte Ex-Arminia-Profi Ansgar Brinkmann dem SID, „ein Finaleinzug wäre legendär und historisch, das wäre der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte.“

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