DFB-Pokal

Ein Profi und ein Kult-Spruch: Frank Ordenewitz 60 – ,,Mach et, Otze!“

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Happy Birthday, Frank Ordenewitz – Der legendäre Bundesliga-Profi aus Niedersachsen wird am Dienstag runde 60 Jahre alt. Fussballdaten.de gratuliert, nennt den Kultspruch um Frank Ordenewitz, „Mach et, Otze!“, und nennt Wahrheiten und Versionen zu diesem unvergessenen Zitat.

Es war der 7. Mai 1991, DFB-Pokal-Halbfinale zwischen dem 1. FC Köln und dem MSV Duisburg (3:0). Im Müngersdorfer Stadion (heute RheinEnergie Stadion) lief die 85. Minute.

Frank Ordenewitz vom 1. FC Köln schlug ohne Not den Ball weg – und sah dafür von Schiedsrichter Dr. Markus Merk aus Kaiserslautern die Gelb-Rote Karte.

Der FC-Torschütze Frank Ordenewitz hatte zuvor und lange vor diesem Spruch schon Gelb gesehen und wäre damit für das Finale gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen gesperrt gewesen.

Frank Ordenewitz: Versionen zu einem legendären Spruch

Nun holte er sich die Ampelkarte ab und wäre damit gemäß Regelwerk nur im nächsten Ligaspiel gesperrt gewesen – und nicht für das Pokalfinale.

Wie es genau zu „Mach et, Otze!“ kam, ließ sich lange nicht rekonstruieren. Frank Ordenewitz räumte zu seinem 60. Geburtstag in der Syker Kreiszeitung mit dem Mythos um „Mach et, Otze!“ auf. Diese Möglichkeit, so der Rot-Sünder, habe man schon vor dem Anpfiff durchgespielt.

FC-Trainer Erich Rutemöller bekannte dann vor der TV-Kamera: „Otze kam zu mir, und ich finde, man sollte ihm die Chance nicht nehmen, und da hab ich gesagt: ‚Mach et!‘“

Will heißen: „Mach et, Otze!“ gab es ebenso wenig wörtlich wie „Harry, hol schon mal den Wagen“ in der TV-Serie Derrick.

Dumm nur, dass diese Aussage respektive ihr genauer Wortlaut die DFB-Ermittler auf den Plan riefen. Sie sperrten Frank Ordenewitz („Mach et, Otze!“) nachträglich für das Finale, das der FC auch prompt im Elfmeter-Krimi gegen Bremen verlor.

„Dann muss ich auch die Schnauze halten!“

Beim FC konnte man es nach dem unvergesslichen Spruch über Frank Ordenewitz kaum fassen. „Ein Amateur“, schimpfte Sport-Direktor Udo Lattek († 2015) über „Ehrlich“ Rutemöller.

„Wenn ich sowas mache“, hatte auch der damalige Karlsruhe-Coach und Bundesliga-Chefkritiker Winfried „Wild Winnie“ Schäfer (75 / „Zeigen Sie jeden Tag im Fernsehen Andy Möller, damit der Fußball wieder sauber wird!“) nur wenig Mitleid, „dann muss ich auch die Schnauze halten.“

„Solche Geschichten“, sagte Frank Ordenewitz zum 60. Geburtstag, „schreibt manchmal das Leben.“ Tatsächlich soll Rutemöller nur „Wenn du nach Berlin willst, dann mach es in Gottes Namen!“ gesagt haben.

Gegen Argentinien und Brasilien

Fußball-Geschichten, die das Leben schreibt.

Gilt auch für die beiden einzigen Länderspiele des Frank Ordenewitz für Deutschland.

  • Diese absolvierte er im Dezember 1987 in Brasilia gegen Rekord-Weltmeister Brasilien (1:1) und in Buenos Aires gegen Argentinien (0:1).
  • Nur gegen diese beiden Südamerika-Giganten in Länderspielen aufgelaufen zu sein, das können nur wenige Spieler von sich behaupten…

Einen Rekord kann Frank Ordenewitz, 1988 mit dem SV Werder Deutscher Meister, für sich reklamieren.

  • Der Stürmer ist bis heute der einzige deutsche Torschützenkönig der japanischen J-League.
  • Vom 1. FC Köln 1993 zu JEF United Ichihara nach Japan gewechselt, gelangen ihm für das Team, bei dem auch Weltmeister Pierre Littbarski unter Vertrag stand, in der Saison 1993/94 insgesamt 30 Tore in 40 Spielen.

Als bester Schütze der J-League ist „Mach et, Otze!“ in guter Gesellschaft.

  • Diese Auszeichnung holten sich auch der Kameruner Patrick Mboma (Gamba Osaka / 1997), der spätere HSV-Profi Naohiro Takahara (Jubilo Iwata / 2002) und der für mehrere deutsche Klubs aktive Australier Joshua Kennedy 2010 und 2011 für Nagoya Grampus.
  • Kein Witz: Ordenewitz hatte 1988, drei Jahre vor „Mach et, Otze!“, den FIFA Fairplay Preis erhalten, weil er mit Werder Bremen gegen den 1. FC Köln ein Handspiel im Strafraum gestanden hatte.
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