Premier League

Skandal in England. Besitzer zweier Klubs unter Verdacht der Absprache

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Die englischen Medien diskutieren breit über den Skandal, der ausbrach, nachdem der ehemalige Crystal-Palace-Miteigentümer John Textor in einem Interview zugab, Transfergeschäfte zugunsten der Klubs seines Freundes Evangelos Marinakis behandelt zu haben. Marinakis ist unter anderem Eigentümer von Nottingham Forest.

Beide Unternehmer sind tief im Fußball verankert. Marinakis besitzt neben Forest auch Olympiakos Piräus sowie Rio Ave in Portugal. Textor, der seine Anteile an Crystal Palace erst kürzlich für 190 Millionen Pfund verkauft hat, ist weiterhin Eigentümer von Olympique Lyon in Frankreich und Botafogo in Brasilien.

Neun Transfers zwischen den Klubs von Marinakis und Textor

In den vergangenen drei Jahren tätigten ihre Klubs insgesamt neun Transfers untereinander. Vier Spieler wechselten aus Textors Vereinen zu Marinakis-Klubs, fünf Transfers erfolgten in die entgegengesetzte Richtung.

Niemand behauptet, dass diese Deals gegen geltendes Recht verstoßen. Sie zeigen jedoch die Netzwerke, die den modernen Fußball prägen – und genau das sorgt für deutliche Empörung bei Experten und Fans auf den britischen Inseln.

Der entscheidende Transfer für Nottingham Forest

Besonders im Fokus steht der Wechsel von Moussa Niakhaté, der 2024 für nahezu 32 Millionen Euro von Nottingham Forest zu Lyon transferiert wurde. Für Forest war dieser Verkauf ein Segen: Der Klub erzielte nicht nur mehr als den doppelten Betrag der ursprünglichen Ablöse (knapp 14 Millionen Euro), sondern entging damit auch der Gefahr, die von der Premier League vorgegebenen finanziellen Grenzen zu überschreiten.

Im vergangenen Transferfenster landeten zudem drei Spieler aus Textors Klubs bei einem Verein von Marinakis: Igor Jesus, John Victor und Cuiabano.

Zu den weiteren Geschäften zwischen den Klubs der beiden Geschäftspartner gehören der 24-Millionen-Euro-Transfer von Danilo von Forest zu Botafogo sowie der Wechsel des US-Torhüters Matt Turner, der Forest für etwas mehr als sieben Millionen Euro Richtung Lyon verließ, um anschließend fast sofort an die New England Revolution ausgeliehen zu werden.

Business-Partner – und laut Textor alles legitim

Textor selbst sieht an diesen Vorgängen nichts Verwerfliches. In einem Interview mit dem Kanal Canal do TF erklärte er, sein Ziel sei es stets gewesen, geschäftliche Kontakte zu Partnern weltweit zu pflegen. Solche Kooperationen habe er schon immer geplant.

„Ich hätte sogar lieber einen Partner in Spanien als in Frankreich. Aber Marinakis ist ein guter Partner, weil er Klubs in Griechenland, Portugal und natürlich in Großbritannien besitzt. Außerdem glaubt er stark an das Potenzial brasilianischer Spieler.“

Auch Alex Ferguson war nicht ohne Netzwerk-Vorteile

Es ist nicht das erste Mal in der englischen Fußballgeschichte, dass Beziehungen Transfers erleichtern. Vor einigen Jahren machte Roy Keane, ehemaliger Spieler von Manchester United, einen ähnlichen Fall öffentlich.

Damals wurde Darren Ferguson, der Sohn von Sir Alex Ferguson, Trainer des Klubs Preston North End. Kurz nach seiner Einstellung wurden drei Spieler – darunter Danny Welbeck – aus Manchester nach Preston ausgeliehen. Nachdem der junge Ferguson entlassen wurde, wurden die Leihen umgehend beendet und die Spieler kehrten nach Old Trafford zurück.

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