Serie A

Como 1907: Mit Mut, Talent und Fabregas Richtung Europa

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Trotz einer 3:4-Niederlage gegen Inter Mailand steht Como vor dem ersten Europapokal oder sogar Champions League Einzug der Vereinsgeschichte und zeigt, dass das Projekt des früheren Weltklasse-Mittelfeldspielers aufgeht, und das in einem Ausmaß, das kaum jemand erwartet hätte.

Platz fünf – aber Fabregas schaut gar nicht hin

Nach dem Heimspiel gegen den Meisterfavorit aus Mailand rutschte Como hinter Juventus auf Tabellenplatz fünf. Platz vier, der direkt in den Europacup führt, ist jedoch weiterhin in Reichweite. Fabregas lässt den Tabellenstand bewusst außen vor: „Ich habe seit Saisonbeginn nicht nachgeschaut und werde es auch jetzt nicht tun.“ Stattdessen richtet er den Fokus auf die Entwicklung seiner Mannschaft. Somit baut er keinen unnötigen Druck auf seine Spieler auf und lässt den jungen Talenten Platz sich zu entfalten.

Das 3:4 war trotz allem ein Leistungsbeweis. Como führte durch Álex Valle und Nico Paz mit 2:0 – erst in einer 30-Minuten-Phase mit vier Inter-Treffern durch Thuram (2) und Dumfries (2) kippte die Partie. „Nicht viele Mannschaften erzielen 20 Torschüsse gegen Inter“, so Fabregas. Vor zwei Jahren wäre ein solches Ergebnis gegen die Nerazzurri undenkbar für die Norditaliener.

Von der 3. Liga in den Europacup – in vier Jahren

Der Aufstieg Comos ist beispiellos. 2021 noch drittklassig, haben die indonesischen Eigentümer seitdem rund 245 Millionen Euro in Transfers investiert und das bei nur 20 Millionen Einnahmen. Das Geld floss dabei nicht nur in große Namen wie Varane, Morata oder Sergi Roberto, sondern vor allem in junge Talente, die inzwischen den Kern des Teams bilden.

Paz (3. der Serie-A-Scorerliste), Valle, Perrone, Baturina oder Assane Diao, der Altersschnitt in Comos Startelf gehört zu den niedrigsten der Liga. Geformt wurden diese Talente durch gezieltes Scouting, das unter anderem den früheren Alkmaar-Experten Barend Verkerk einbindet. Auffällig: Kaum ein Talent ist Italiener.

Paz, Fabregas & Co.: Wer bleibt, wer geht?

Das größte Transfer-Thema ist bereits so gut wie entschieden: Real Madrid wird die Rückkaufoption für Nico Paz zwischen neun und elf Millionen Euro voraussichtlich ziehen. Solange das Financial Fair Play kein Thema wird, muss Como grundsätzlich keinen weiteren Spieler abgeben.

Auch Fabregas selbst ist heiß begehrt. Interessenten sind unter anderem Arsenal, Barcelona und Chelsea, welche alle ehemalige Stationen des Spaniers waren. Einen Wechsel innerhalb Italiens schließt er derzeit aus: „Ich mache diese Arbeit rein aus Leidenschaft, ich muss das Gefühl haben, etwas Neues bewirken zu können.“ Sein Vertrag läuft bis 2028. Realistisch ist dennoch, dass sein Weg irgendwann nach oben führt. Vereinspräsident Mirwan Suwarso sagt es offen: Como müsse damit rechnen, dass Fàbregas eines Tages größere Träume verfolgen werde.

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