Weltmeisterschaft

Lisandro Martínez: Vom Zweifeln zum Schlüsselspieler Argentiniens

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Lisandro Martínez ist bei Argentinien nicht mehr nur eine Alternative in der Innenverteidigung. Der Profi von Manchester United hat sich bei Lionel Scaloni in eine Rolle gespielt, die vor der WM nicht selbstverständlich war. Nach dem 3:2 nach Verlängerung gegen Kap Verde steht fest: Martínez ist für die Albiceleste inzwischen mehr als ein robuster Verteidiger – er ist ein Spieler, der Spiele eröffnen und entscheiden kann. Gegen Kap Verde bereitete er Lionel Messis Führungstreffer mit einem langen Ball vor und traf später selbst zum 2:1.

Dabei war sein Weg zu diesem Turnier alles andere als geradlinig. „Ich dachte ans Aufhören. Ich konnte die Schmerzen nicht mehr ertragen“, sagte Martínez rückblickend. Am 3. Februar 2025 hatte er sich das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Erst nach 292 Tagen kehrte er auf den Platz zurück. Dazu kamen bei Manchester United eine Wadenverletzung und eine Sperre, die seinen Rhythmus zusätzlich störten.

Dass er dennoch im WM-Kader stand, war auch eine Frage der Einstellung. Martínez nahm die Einladung an, gestützt von seiner Familie und getragen von dem Selbstverständnis, das viele argentinische Nationalspieler verbindet: Für dieses Trikot lohnt sich der nächste Versuch immer.

Sportlich hat er Nicolás Otamendi in der Rangordnung überholt. Neben Cristian Romero, der gesetzt bleibt, entschied sich Scaloni für Martínez, weil er als Linksfuß den Aufbau sauberer machen kann. Genau das zeigte sich gegen Kap Verde. Seine Pässe aus der Tiefe gaben Argentinien mehr Tempo und Klarheit. Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe verteidigt Martínez mit Antizipation, Timing und Mut.

Auch abseits des Platzes ist „Licha“ eine klare Figur. In Argentinien ist er nicht nur für seinen Einsatz bekannt, sondern auch für seine Haltung zu sozialen und politischen Themen. Er unterstützt die Erinnerung an die Opfer der Militärdiktatur und spricht sich gegen die Privatisierung traditioneller Sportvereine aus.

Seine Torfeier gegen Kap Verde widmete er dem argentinischen Rockmusiker „El Indio“ Solari. Es passte zu diesem Abend: ein Verteidiger mit Haltung, Energie und einer lauten Botschaft. Argentinien träumt weiter vom vierten WM-Titel – auch, weil Martínez rechtzeitig zurückgekommen ist.

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