Weltmeisterschaft

Keisuke Honda bringt sich als Japan-Trainer ins Spiel

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Japans WM-Abenteuer in Nordamerika endete früher als erhofft – und nun meldet sich eine der bekanntesten Fußballfiguren des Landes mit einem ungewöhnlich direkten Vorschlag. Keisuke Honda, früherer Nationalspieler und langjähriges Gesicht der „Samurai Blue“, hat öffentlich angeboten, den Posten des Cheftrainers zu übernehmen. „Ich nehme diese Herausforderung an“, schrieb der 40-Jährige auf X.

Hintergrund ist die unklare Zukunft von Hajime Moriyasu. Der aktuelle Nationaltrainer soll demnach ein Angebot erhalten haben, seinen Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Honda deutete jedoch an, dass eine solche Lösung aus seiner Sicht nur bedingt überzeugend wäre – vor allem dann, wenn sie lediglich als Übergang gedacht ist, weil noch kein Nachfolger bereitsteht. „Dann probieren Sie mich doch ein Jahr lang aus“, schlug Honda vor. Sein Zusatz war ebenso klar: Sollte Japan bei der Asienmeisterschaft scheitern, könne man ihn ohne Diskussion wieder entlassen.

Honda weiß, wovon er spricht. In seiner aktiven Karriere absolvierte der frühere Offensivspieler 98 Länderspiele für Japan und spielte unter anderem für ZSKA Moskau, AC Mailand und VVV-Venlo. Er kennt den internationalen Fußball, den Druck großer Turniere und die Erwartungen in Japan aus eigener Erfahrung. Genau diese Mischung macht seinen Vorstoß reizvoll – auch wenn offen bleibt, wie realistisch eine Verpflichtung tatsächlich wäre.

Sportlich steht Japan nach der WM vor einer Grundsatzfrage. Die Mannschaft überstand zwar die Gruppenphase als Zweiter hinter den Niederlanden, scheiterte im Sechzehntelfinale aber mit 1:2 an Brasilien. Für viele Beobachter war das zu wenig. Nach den Fortschritten der vergangenen Jahre hatten zahlreiche Experten den Japanern mehr zugetraut als ein frühes Aus in der ersten K.o.-Runde.

Honda bietet nun eine Lösung mit Risiko, aber auch mit Symbolkraft an. Er steht für Selbstbewusstsein, klare Worte und den Anspruch, Japan auf die nächste Stufe zu führen. Ob der Verband diesen mutigen Weg tatsächlich gehen will, bleibt offen. Klar ist nur: Nach dieser WM wird die Trainerfrage kaum leise zu beantworten sein.

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