Weltmeisterschaft

Javier Aguirre und Mexikos WM-Lauf: Wenn das Azteca zum zwölften Mann wird

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Mexiko erlebt bei der WM 2026 einen Lauf, der weit über reine Ergebnisse hinausgeht. Nach dem 2:0-Erfolg gegen Ecuador steht der Co-Gastgeber im Achtelfinale – und Trainer Javier Aguirre sieht den Schlüssel nicht nur in Taktik, Disziplin oder individueller Qualität. Für den 67-Jährigen ist es vor allem die Verbindung zwischen Mannschaft und Fans, die seine Spieler antreibt. „Diese Verbindung, die wir mit den Fans haben, ist eine treibende Kraft“, erklärte Aguirre nach dem Spiel im Azteca-Stadion.

Der Sieg gegen Ecuador war zugleich ein Statement. Mexiko gewann zum vierten Mal in Folge bei diesem Turnier und blieb dabei erneut ohne Gegentor. Gerade gegen einen Gegner, der in der südamerikanischen Qualifikation Zweiter wurde und in 18 Spielen nur zweimal verlor, war das keine Selbstverständlichkeit. Aguirre betonte entsprechend: „Es ist nicht leicht, Ecuador zu schlagen.“ Seine einzige Kritik: Mexiko hätte die Konter besser ausspielen und das Spiel früher endgültig entscheiden können.

Doch an diesem Abend zählten nicht nur Zahlen. Das Azteca war mit mehr als 80.000 Zuschauern erneut ein brodelnder Kessel. Bei jedem mexikanischen Angriff wurde es lauter, bei jedem Ballkontakt Ecuadors pfiff das Stadion geschlossen. Für Aguirre, der Mexiko bereits bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2010 betreut hatte, war dieser Sieg deshalb besonders. Er habe schon große Erfolge erlebt, sagte er, „aber keinen wie heute, weil es zu Hause ist, mit den eigenen Leuten.“

Sportlich wirkt Mexiko in dieser Phase erstaunlich gefestigt. Die Defensive steht stabil, die Mannschaft bleibt geduldig und nutzt die Atmosphäre nicht als Ablenkung, sondern als Energiequelle. Genau darin liegt die besondere Qualität dieses WM-Laufs: Mexiko spielt nicht nur im eigenen Land – es spielt mit ihm.

Am Sonntag wartet im Achtelfinale erneut ein Heimspiel in Mexiko-Stadt. Der Gegner wird der Sieger der Partie zwischen England und der Demokratischen Republik Kongo sein. Für Aguirre und seine Mannschaft ist klar: Das Azteca soll noch einmal zum Verstärker werden. Denn wenn Mexiko aktuell auf den Platz geht, wirkt es, als stünden nicht elf Spieler auf dem Rasen, sondern ein ganzes Land dahinter.

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