Foto: Alex Grimm/Getty Images
Beim 1. FC Nürnberg scheint die Hängepartie um einen neuen Sportvorstand beendet. „BILD“ zufolge übernimmt Dieter Hecking das Amt des scheidenden Robert Palikuca. Dass der 55-Jährige im Frankenland kein unbeschriebenes Blatt ist, könnte sich hierbei als Vorteil entpuppen.
Auffällig lange hatte sich die Suche nach dem neuen Hauptverantwortlichen hingezogen. Der sonst oftmals zurecht kritisierte Aufsichtsrat prüfte diesmal mit bemerkenswerter Geduld verschiedene Varianten, so wurden beispielsweise lange Zeit auch Benjamin Schmedes, Sportdirektor beim VfL Osnabrück, berechtigte Chancen auf den Posten eingeräumt. Da sich durch dessen kürzliche Absage auch die Entscheidung zwischen Hecking oder Schmedes erübrigt hat, ist Heckings Rückkehr offenbar perfekt. Wie die „BILD“ vermeldet, soll der Ex-HSV-Coach seinen Vertrag am Valznerweiher bereits unterzeichnet haben.
Ob die Gelassenheit des Aufsichtsrates angesichts des noch immer vakanten Trainerpostens angebracht war, darüber lässt sich freilich streiten. Die Benennung des Chefcoachs wird als eine der ersten Aufgaben auf Hecking zukommen. Es ist gleichermaßen eine elementare Entscheidung, die bereits von besonderer Brisanz zeugt. Nach der völlig verkorksten Vorsaison, die sich durch gleich zwei Fehlgriffe an der Seitenlinie charakterisieren lässt, lechzt das Nürnberger Umfeld nach Kontinuität und sportlichem Fortschritt. Der Name Markus Weinzierl kursierte bereits, in welchem Status sich etwaige Verhandlungen befinden könnten, ist allerdings unklar.
Weniger rätselhaft scheint allerdings die Personalie Hecking. Nach dem keinesfalls einvernehmlichen Abschied im Dezember 2012 ist der 55-Jährige zurück an alter Wirkungsstätte, wenn auch in verschiedener Funktion. Die Position als Sportvorstand stellt für den erfahrenen Coach völliges Neuland dar. Zwar sollte ihm seine erstklassige Vernetzung innerhalb der Landesgrenzen in die Karten spielen, doch auch Hecking muss sich im traditionell unruhigen Nürnberger Umfeld beweisen. Dass er dazu durchaus in der Lage ist, steht außer Frage: Seine drei Jahre an der Seitenlinie der Franken waren bei weitem die erfolgreichsten seit dem Pokalsieg 2007.
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