Foto: Matej Divizna/Getty Images
Der 1:0-Auftaktsieg bei Dynamo Dresden war Balsam für die zuletzt doch arg gebeutelte Nürnberger Seele. Insbesondere auf fremden Plätzen hatte der Club im Oberhaus schließlich mehr als nur schlecht ausgesehen. Kein einziger Dreier war den Franken letzte Saison außerhalb des Max-Morlock-Stadions vergönnt gewesen. Nicht bestaunen konnten die Fans in Dresden allerdings einen der vermeintlichen Top-Transfers von Sportvorstand Robert Palikuca.
Iuri Medeiros wurde für zwei Millionen Euro verpflichtet und ist damit nach dem Siegtorschützen von Dresden, Nikola Dovedan (kam für 2,5 Millionen Euro vom 1. FC Heidenheim), der zweitteuerste Zugang der laufenden Transferperiode. Der 25-Jährige stammt aus der Jugend von Sporting Lissabon, war aber bereits vor seinem Wechsel zum Club mehrfach verliehen worden. So lief er unter anderem bereits in Italien für den FC Genua und in Polen für Legia Warschau auf.
In Nürnberg erhofft man sich viel von dem spielstarken Portugiesen. Gerade nach der schweren Knie-Verletzung von Virgil Misidjan braucht das Team um Kapitän Hanno Behrens einen Rechtsaußen, der den Unterschied machen kann. Dass Medeiros dazu im Stande ist, erhoffen sich am Valznerweiher alle. Der sonst eher zurückhaltend auftretende Trainer Damir Canadi hatte die Erwartungen auf der Spieltags-Konferenz vor dem Spiel bei Dynamo sogar noch geschürt.
Der Offensivmann galt zuvor höchstens als Kandidat für eine Einwechslung, doch der Österreicher lobte dessen fußballerischen Qualitäten und sprach plötztlich von einem möglichen Startelfeinsatz. Am Ende schmorte er 90 Minuten auf der Bank, Canadi hatte umgedacht. „Sprachlich ist bei Medeiros noch eine Barriere da“, erklärt er in der „BILD“. „Man sieht das im Training. beim Coaching, beim Kommunizieren intern im Team“, führt der 49-Jährige aus.
Bisher hat nur der Deutsch-Italiener Enrico Valentini „einen sehr guten Zugang zu ihm.“ Ein absolutes Muss ist daher, „dass wir Iuri die einfachen Dinge in der Fußballsprache beibringen: Links, rechts, vorne, hinten, zurück – denn ein guter Fußballer ist Iuri allemal“, stellt Canadi klar. Um den Fans des 1. FC Nürnberg künftig auch auf dem Platz Freude zu bereiten, wird sich der Linksfuß also mit der deutschen Sprache auseinandersetzen müssen.
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