Ralf Becker könnte auf Jörg Schmadtke folgen. (Photo by Selim Sudheimer/Getty Images)
Hannover 96 ist weiter auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer Sport, nachdem das Kurz-Comeback von Jörg Schmadtke Ende März bereits nach drei Monaten wieder beendet wurde. In den Mittelpunkt rückt nun vermehrt der aktuelle Sportdirektor Ralf Becker, der als interner Top-Kandidat für die Nachfolge gilt. Bei einem Medientermin in der Heinz von Heiden Arena – mangels freier Räume kurzerhand in die Gästekabine verlegt – stellte sich der 54-Jährige den Fragen und wich der direkten Nachfrage nach seiner Beförderung zwar aus, ließ aber erkennen, dass er der erweiterten Verantwortung keineswegs abgeneigt ist. Er betonte, dass er die derzeitige Aufgabe sehr gern übernommen habe und Gespräche über die Zukunft intern und in Ruhe geführt würden.
Becker verfügt über umfangreiche Erfahrung im deutschen Profifußball. Der gebürtige Leonberger war als Spieler unter anderem für Bayer Leverkusen, den FC St. Pauli, die Stuttgarter Kickers und den Karlsruher SC aktiv, bevor er nach seiner aktiven Laufbahn ins Management wechselte. Als Funktionär prägte er Holstein Kiel zwischen 2016 und 2018 maßgeblich, führte den Klub aus der 3. Liga bis in die Relegation zur Bundesliga, und arbeitete anschließend als Sportvorstand beim Hamburger SV sowie als Geschäftsführer Sport bei Dynamo Dresden. Seit Juni 2025 ist Becker Sportdirektor in Hannover, mit Vertrag bis 2027, zuständig für Kaderplanung, Übergangsbereich zur Akademie und als erster Ansprechpartner für das Trainerteam.
Eine Entscheidung über die künftige Besetzung des Geschäftsführer-Postens soll bei den Niedersachsen erst nach Abschluss des Aufstiegsrennens fallen, möglicherweise also erst nach dem 34. Spieltag. Bis dahin liegt der Fokus klar auf dem sportlichen Ziel: dem Sprung in die Bundesliga. Hannover liegt als Tabellendritter voll im Soll und hat den Aufstieg aus eigener Kraft in der Hand. Becker plant parallel bereits die kommende Saison, führt Gespräche mit potenziellen Neuzugängen und spricht offen von einer „Herausforderung“, zumal die unklare Ligazugehörigkeit die Kaderplanung erschwert. Klar ist: Prio eins ist der Aufstieg – der Sportdirektor sieht seine Mannschaft nach dem überzeugenden Auftritt in Darmstadt in der Pflicht, das Niveau nun auch gegen Paderborn zu bestätigen.
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