(Photo by Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images)
Für Boavista Porto ist der sportliche und wirtschaftliche Absturz vorerst auf einem neuen Tiefpunkt angekommen. Der portugiesische Traditionsklub wird künftig nicht einmal mehr im nationalen Ligasystem vertreten sein, sondern auf Bezirksebene im Raum Porto antreten. Hintergrund ist, dass die Boavista-SAD nach der verweigerten Zulassung für die Liga 3 keine Berufung beim Conselho de Justiça des portugiesischen Verbandes FPF eingelegt hat. Damit ist der Zwangsabstieg in die Distriktklassen endgültig besiegelt.
Besonders bitter: Eigentlich hätte Boavista nach dem sportlichen Abstieg aus der Primeira Liga in der kommenden Saison in der Liga Portugal 2 spielen sollen. Doch schon für die von der portugiesischen Profiliga organisierten Wettbewerbe meldete sich der Klub nicht fristgerecht an. In der Folge scheiterte auch die Lizenzierung für die Liga 3, die von der FPF organisiert wird. Weil anschließend auch noch die Einspruchsfrist ungenutzt verstrich, bleibt nur der Absturz in die regionalen Klassen unterhalb von Liga 3 und Campeonato de Portugal – also auf die fünfte Ebene des portugiesischen Fußballs.
Die Gründe für die drastische Entscheidung liegen vor allem in der finanziellen Schieflage des Klubs. Nach Medienberichten fehlten Boavista die erforderlichen Bescheinigungen, dass keine Schulden gegenüber der Steuerbehörde und der Sozialversicherung bestehen. Zudem bewertete die Lizenzierungskommission die finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vereins als unzureichend. Besonders schwer wiegt dabei, dass gegen die SAD des Klubs bereits ein Insolvenzverfahren läuft.
Für einen Verein wie Boavista ist das ein historischer Einschnitt. Die „Axadrezados“ gehörten elf Jahre lang ununterbrochen zur portugiesischen Elite und sind bis heute einer von nur fünf Klubs, die jemals portugiesischer Meister wurden. Der Titelgewinn in der Saison 2000/01 bleibt eines der größten Kapitel der Vereinsgeschichte – umso drastischer wirkt nun der Fall in die sportliche Bedeutungslosigkeit. Die abgelaufene Saison 2024/25 hatte Boavista bereits als Tabellenletzter der Primeira Liga mit nur 24 Punkten beendet.
Immerhin versucht der Klub nun, einen Neuanfang einzuleiten. Vereinspräsident Rui Garrido Pereira hatte zuletzt angekündigt, für 2025/26 eine von der SAD unabhängige Seniorenmannschaft aufbauen zu wollen. Ob damit tatsächlich die Rückkehr aus der Krise gelingen kann, ist offen. Fest steht jedoch schon jetzt: Boavista erlebt einen der dramatischsten Niedergänge, die der portugiesische Fußball in den vergangenen Jahren gesehen hat.
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