Hertha BSC

Nach Krawallen: Berliner Polizei schlägt KI-Videotechnik vor

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Aus Sicht des Geschäftsführers Dr. Peter Görlich verfügt Hertha BSC bereits über Mittel, um gewalttätige Personen in den Tribünen ausfindig zu machen. Für die Berliner Polizei scheint das aber nicht genug zu sein, und sie schlägt deshalb ein Hilfsmittel vor.

Berliner Polizei fordert KI-Nutzung

Die Krawalle bei der Partie zwischen dem Hauptstadtklub und Dynamo Dresden Anfang April bleiben im Gedächtnis. Mehrere Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, es müssen die Störer identifiziert werden. Im Fokus stehen schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen sowie Beleidigungen. Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig erklärte, dass man auf „die Fähigkeiten unserer Super-Recognizer“ setzen werde.

Bezüglich der Hertha-Fans werde man auf die Berliner Kollegen zählen, so Rodig weiter. Peter Görlich sagte im Interview mit den rbb, dass Hertha „Mittel und Wege zur Verfügung“ stehen habe, um gewaltbereite Fans zu identifizieren. Das war seine kurze Antwort auf die harten Worte von Sachsens Innenminister Armin Schuster, der mit Strafen drohte, sollte es keine „drakonischen“ Konsequenzen vonseiten der Vereine geben als Reaktion auf das Dresden-Spiel.

Für die Berliner Polizei war das Statement von Görlich wohl nicht genug. Der Sprecher des Berliner GdP-Landesverbands, Benjamin Jendro, fordert gegenüber t-online: „Man sollte schon darüber nachdenken, intelligente KI-basierte Videotechnik anzuschaffen“. Gemeint ist eine Technik, die während eines Fußballspiels verdächtige Bewegungsmuster von Personen erkennen und wenn nötig Alarm auslösen kann. Videoüberwachung mit Gesichtserkennung sei nicht nötig.

Krawalle bei Dynamo gegen Hertha

Die Vorkommnisse in Dresden bleiben ein großes Thema für beide Teams, aber auch für alle weiteren Instanzen. Prominent war die Szene, als etwa 60 Dynamo-Fans quer über das Spielfeld in Richtung Gästeblock stürmten und sowohl Pyrotechnik, als auch Raketen aufeinander geworfen und geschossen wurden. Die Polizei – mit 750 Beamten im Einsatz – trennte die Gruppen. Es folgte eine längere Unterbrechung, bis Schiedsrichter Sven Jablonski das Spiel wieder anpfiff.

Auslöser war ein Fahnenklau im Gästebereich: Über die Website der Ultra-Gruppierung Harlekins Berlin kommunizierte die Berliner Fanszene, dass Anhänger der Gastgeber über die Dachkonstruktion bis zum oberen Ende hinter den Gästeblock vorgedrungen sind. Sie entwendeten einen Teil der aus Doppelhaltern bestehenden Ostkurvenfahne, spezifisch das Logo der Ostkurve Hertha BSC. Nach Fussballdaten-Informationen geschah der Klau über eine geöffnete Dachtür.

Die Fanszene spricht von eigener „Leichtsinnigkeit und Naivität“, die für den „schmerzhaften Verlust“ sorgten. Der Doppelhalter existiert seit der Saison 2022/23 und wurde bei dem Auswärtsspiel gegen Mainz 05 (1:1) erstmals präsentiert. „Die anschließende Präsentation im K-Block markiert einen großen Tiefpunkt in der Geschichte unserer Fanszene“, heißt es weiter. Daraufhin haben laut Polizei etwa 600 Fans das Stadion verlassen und sind die Heimreise angetreten.

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