Maryam Majd/Getty Images
Torwart Tjark Ernst war der Mann der Stunde. Der 22-Jährige kennt den Betzenberg aus seiner Kindheit, als sein Vater Thomas im Tor der Lauterner stand. „Wer die Kulisse kennt und heute wieder gesehen hat: Das ist Fußball pur. Das war Kampf pur“, sagte Ernst nach dem Sieg der Hertha bei Sky. „Den Kampf haben wir angenommen. Es war ein absoluter Kampfsieg. Aber wir waren darauf eingestellt, dass es nicht darum geht, hier schönen Fußball zu spielen.“
Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl hat über die Partie hinweg ihre Qualitäten aufgewiesen. In der Schlussphase wurde es aber brenzlig, als der FCK sich nach Auswechslungen in einer starken Verfassung zeigte. Die Hauptstädter konnten die letzten Minuten, inklusive des Abseitstreffers von Ivan Prtajin (90.+3) aber überstehen. Somit sind in der Liga sieben weiße Westen zu verbuchen und wettbewerbsübergreifend neun Zu-Null-Partien.
„Als Torwart zu null zu spielen, ist immer ein Stück weit eine Genugtuung“, sagte Ernst, der auch seinen Kollegen ein Lob aussprach: „Wie wir die letzten Wochen als Team verteidigen, ist bärenstark. Das fängt schon vorne an, wie wir die Räume dicht machen, und zieht sich durch die Mannschaft durch.“
Die Hertha ist mit einem disziplinierten Auftritt in die Partie gegangen und spielte intensiven Fußball. Sie hatten den Hausherren für mehr als eine Stunde lang im Griff. Es fehlte dennoch an Durchschlagskraft, die zu einem zweiten Treffer geführt hätten. Damit hätte man das Spiel für sich entscheiden können. Aus Sicht von Leitl musste die Partie „nach 60, 65 Minuten […] hier erledigt sein. Wir waren die klar bessere Mannschaft und hatten Riesen-Tormöglichkeiten“, konstatierte der Coach.
Es gab einige Umschaltmöglichkeiten, doch diese wurden nicht konsequent ausgenutzt. Dafür musste man sich immer mehr in die eigene Hälfte zurückziehen. „Wir haben uns leider nicht belohnt, um das Spiel zuzumachen“, so Leitl. „Und dann kommt der Betze natürlich mit der Emotion und der ersten Torchance aus dem Nichts. Dann hatten wir wieder einen sehr guten Tjark Ernst.“
Ernst war mehrfach zu Stelle, als die Lage sich zugunsten des FCK wendete. Speziell gegen Lautern-Verteidiger Mika Haas war der Keeper verteidigte der U21-Nationalspieler (22., 89., 90.+2) stark. Auch sein Gegenüber Julian Krahl zollte Anerkennung: „Tjark spielt eine sehr, sehr starke Runde. Hertha kann sich glücklich schätzen, ihn bei sich zu haben.“
Hertha BSC und Kaiserslautern werden Anfang Dezember im DFB-Pokal-Achtelfinale nochmal aufeinander treffen. Diesmal aber im Berliner Olympiastadion.
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