IMAGO / Jan Huebner
Fans von Hertha BSC drohen harte Konsequenzen nach den Vorkommnissen in Dresden, kündigt Dr. Peter Görlich an.
Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sich der Geschäftsführer deutlich ausgedrückt: „Das, was wir in Dresden gesehen haben, hat nichts mit einem schönen Stadionerlebnis zu tun“. In der 19. Spielminute der Partie zwischen Dynamo Dresden und Hertha sind Fans beider Klubs aufeinandergestoßen und mussten von der Polizei getrennt werden. Das Spiel war 20 Minuten unterbrochen, ehe Schiedsrichter Sven Jablonski wieder anpfiff.
„Wir sind nicht derjenige, der die Störer feststellt. Da sind wir auf andere Organisatoren und Institutionen angewiesen. Mit denen arbeiten wir eng zusammen“, so Görlich weiter. Die Polizei und auch der DFB haben Ermittlungen aufgenommen. Von der Polizei Dresden wurde die Ermittlungsgruppe under dem Namen „Fahne“ ins Leben gerufen – 14 Beamte werten 330 Gigabyte an Videomaterial aus, es werden „Super-Recognizer“ verwendet.
Görlich weiß: „Vor dem Hintergrund der Betrachtung durch die Innenministerkonferenz und die Sportministerkonferenz waren diese Aktionen sicherlich nicht förderlich“. Sachsens Innenminister Armin Schuster ist der Meinung, dass die Vorfälle sinnbildlich für eine „Gewaltfolklore“ stünden. Seine Geduld sei „endgültig ein Ende“. Er drohte mit Strafen, sollte es keine „drakonischen“ Konsequenzen vonseiten der Vereine geben.
Der Austausch zwischen Hertha und der Fanszene ist „sehr intensiv“ und „sehr offen“, lässt Görlich verlauten. Es „fallen sehr klare und sehr deutlich Worte“, so der 59-Jährige, der harte Konsequenzen für die Täter unter den Hertha-Fans ankündigt: „Stadionverbote. Man wird sicherlich auch darüber diskutieren müssen, wie es mit der Ausübung der Mitgliedschaft aussieht“. Solch eine Diskussion sei „aus unserer Sicht unumgänglich“.
Die Polizei arbeitet den Fall derzeit auf. „Bislang sind keine Tatverdächtigen identifiziert worden. An dieser Stelle sind weitere Ermittlungen notwendig“, hatte die Sächsische Zeitung einen Sprecher der Polizeidirektion Dresden zitiert. Dynamo Dresden hat vor wenigen Tagen bereits ein Statement veröffentlicht, in denen man erste Maßnahmen erarbeitet hat. Auch die Sachsen kündigten Stadionverbote an, aber auch ein neues Sicherheitskonzept.
Von der Berliner Polizei gibt es den Vorschlag über „intelligente KI-basierte Videotechnik“ nachzudenken, um gewaltbereite Fans zu identifizieren, sagte der Sprecher des Berliner GdP-Landesverbands, Benjamin Jendro, gegenüber t-online. Görlich wollte sich dazu nicht äußern, im rbb-Interview stellte er klar, man habe „Mittel und Wege zur Verfügung“ stehen.
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