SG Dynamo Dresden

Nach Ausschreitungen: Dynamo kündigt erste Maßnahmen an

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Über eine Woche nach den Fan-Ausschreitungen beim Spiel gegen Hertha BSC (0:1) hat Dynamo Dresden erste Maßnahmen erarbeitet. Die SGD hat zum einen Stadionverbote und ein neues Sicherheitskonzept angekündigt und zum anderen erste präventive Maßnahmen in die Wege geleitet.

Verstörende Szenen in Dresden

„Wir waren schockiert darüber, derartige Szenen beobachten zu müssen“, wird Dynamos Aufsichtsratsvorsitzender Michael Ziegenbalg in einer Pressemitteilung, die am Dienstag veröffentlicht wurde, zitiert. „Dass erstmals seit dem Stadionneubau 2009 eine solche Eskalation passieren konnte, hat alle erschüttert“. Loben tut er ein großes Bestreben und Engagement im gesamten Verein, um bestehende Maßnahmen zur Prävention zu überprüfen und zu stärken. Weiter sagte er: „Wenn Vertrauen missbraucht und deutliche Grenzen überschritten werden, sind wir als Verein in der Verantwortung, grundsätzliche Vorgehensweisen zu ändern.“

In der 19. Spielminute sind 60 vermummte Anhänger der Dresdner quer über das Spielfeld in Richtung Gästeblock gestürmt. Es wurden Pyrotechnik gezündet und Raketen aufeinander abgefeuert, ehe die Polizei beide Fan-Lager trennte. Zuvor haben Dynamo-Fans eine Doppelhalter-Fahne vom Förderkreis Ostkurve geklaut und anschließend verbrannt. Die Fanszene der Berliner nannte es „einen der schwärzesten Tage unserer Geschichte“ – als Konsequenz wird die bekannte Fahne „Ostkurve Hertha BSC“ nicht länger über der Kurve im Olympiastadion aufgehängt. Gegen Kaiserslautern (0:1) war nur ein blau-weißes Banner zu sehen.

Erste Erkenntnisse sind zusammengetragen

Die Verantwortlichen von Dynamo Dresden haben laut eigenen Angaben persönliche Gespräche mit Vertretern der Verbände, Polizei, Sicherheitsträgern, Fanszene und Fanprojekt, Hertha BSC sowie dem Innenministerium und der Landeshauptstadt Dresden geführt, um Informationen und Beobachtungen zu sammeln. Genutzt wurde dabei das  in der Saison 2024/25 geschaffene Kooperationsformat mit dem Fanprojekt, der Stadt Dresden sowie Vertretern der Polizei, heißt es weiter.

Erste Erkenntnisse zu den Vorkommnissen wurden zusammengetragen. Bereits vor Anpfiff soll es zwischen Stehplatz- und Sitzplatzbereich der Gäste eine mehrfach verglaste Sicherheitsscheibe gewaltsam bearbeitet und im weiteren Verlauf durchtrennt worden sein. Es kam zudem zu einem Fahnendiebstahl im Gästeblock, nach Fussballdaten-Informationen geschah diese über eine Tür im Dach, die durch einen Ordner geöffnet worden soll. Dieses Detail wurde in der Pressemitteilung nicht benannt.

Weiter heißt es, dass aufgrund der ersten Auseinandersetzungen hinter dem Gästebereich erste Ordnungskräfte vom Innenraum in den Stadionumlauf versetzt worden sind. Dadurch war die geplante Präsenz im Innenraum nicht mehr vorhanden. Für das Ende des Chaos hat schlussendlich die Polizei gesorgt, die mit 750 Beamten aus Sachsen, Bayern und Thüringen im Einsatz war.

Stadionverbote angekündigt

„Durch die Sichtung von Foto- und Videomaterial konnten wir zahlreiche Erkenntnisse der Abläufe gewinnen. Im nächsten Schritt sollen jetzt mit Hilfe der Polizei die entsprechenden Personen ermittelt werden, die erkennbar im Innenraum an den Auseinandersetzungen beteiligt waren“, erklärt Geschäftsführer Stephan Zimmerman, der durchgreifen will: „Für uns gibt es hierbei keinerlei Diskussionspotenzial – sobald Täter ermittelt werden, wird es neben der strafrechtlichen Verfolgung durch die Polizei auch ein striktes Verfahren für Stadionverbote von unserer Seite geben.“

Darüber hinaus wurde im Statement auch über die Auseinandersetzung in Nürnberg gesprochen. In der Nacht von Freitag (10. April) auf Samstag (11. April) sind Anhänger des FCN und Dynamo Dresden aufeinandergestoßen, die Bild berichtet, dass sich 200 Hooligans für eine Schlägerei verabredet hätten. Die Polizei ist dem zuvorgekommen und es gab eine große Anzahl an Feststellungen von Personendaten auf Dresdner Seite. Gegen die betroffenen Personen werde schnellstmöglich ein Hausverbot für das Rudolf-Harbig-Stadion ausgesprochen, im nächsten Schritt obliegt es dem Deutschen-Fußball-Bund (DFB) Verfahren für Stadionverbote durchzuführen.

„Wer derartige Verfehlungen vorweist, kann nicht länger Teil unserer Sportgemeinschaft sein“, sagte Ronny Rehn. „Unsere Mitgliedschaft lebt von den im Leitbild festgehaltenen Leitsätzen. Wenn Werte wie Respekt, Fairness und Menschlichkeit mit Füßen getreten werden, werden wir beim Ehrenrat dafür plädieren, diesen Personen die Mitgliedschaft zu entziehen“, kündigte der Dresdner Präsident an.

Was Dynamo auch plant

Neben den persönlichen Strafen werde sich Dynamo auch mit infrastrukturelle Veränderungen beschäftigen. Die SGD prüft derzeit etwaige Umbaumaßnahmen, um den Gästebereich weiter zu sichern und darüber hinaus auch den Sitzplatzbereich für Gästefans in Richtung des Stadioninnenraums sowie den angrenzenden Tribünen einzugrenzen.

Zudem liegt auch der Fokus auf das Sicherheitskonzept für die Heimspiele inklusive der Einlasssituation im Stadion. Zukünftig sollen bei Hochrisikospielen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes auch vor dem Bereich des K-Blocks den Innenraum absichern. Auch werden Polizeikräfte direkt im Stadion positioniert. Ab sofort sollen – nach Absprache mit der Polizei – die Pufferbereiche im Heimbereich rund um den Gästeblock erweitert werden. Von Klub-Seite heißt es, dass so ein tiefgreifendes Präventionskonzept herauskommen würde, um Abläufe am Spieltag weiter zu verbessern.

Sportgeschäftsführer Sören Gonther: „Unser Stadion soll auch zukünftig ein sicherer Ort für alle sein. Den eingeschlagenen Weg, mit über 30.000 Zuschauern, die Woche für Woche für eine Gänsehautatmosphäre sorgen, werden wir uns nicht von Einzelpersonen kaputt machen lassen. Es gilt jetzt schnellstmöglich die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, um ein deutliches Signal zu senden, dass wir für unsere Worte und Werte einstehen.“

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