2. Bundesliga

Torjäger mit zweitem Standbein: Paderborns Michel mischt den Pokémon-Markt auf

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Auf dem Rasen kämpft Sven Michel (35) mit dem SC Paderborn um die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Nach 28 Spieltagen belegen die Ostwestfalen mit 51 Punkten den dritten Tabellenplatz der 2. Bundesliga, dicht hinter Spitzenreiter Schalke 04 (55 Punkte) und punktgleich mit Darmstadt 98 auf Rang zwei – der direkte Wiederaufstieg bleibt das klare Ziel, wie schon beim letzten Aufstieg 2019. Doch abseits des Rasens verfolgt Michel längst ein zweites Projekt.

Zusammen mit dem Bielefelder Profi Noah Sarenren Bazee (29), einem früheren Mannschaftskollegen aus gemeinsamen Augsburger Tagen, hat Michel das Unternehmen „House of Cardz“ gegründet. Der Firmensitz liegt in Lichtenau bei Paderborn. Seit September 2025 werden darüber auf der Streaming-Plattform „Whatnot“ Pokémon-Sammelkarten als Franchise-Unternehmen vertrieben.

Tankstellen-Booster als Startschuss

Der Einstieg in die bunte Welt der Sammelkarten verlief denkbar unspektakulär. Michel erklärte, der Impuls sei eher zufällig entstanden – ein Booster-Pack, nebenbei an der Tankstelle mitgenommen, habe die Leidenschaft geweckt. Über private Kontakte wurden ihm später Einladungen zu Auktionen auf Streaming-Plattformen vermittelt, woraus schließlich die Idee zu einem eigenen Handelsunternehmen entstand.

Sortiment von fünf Cent bis 6.000 Euro

Das Angebot von „House of Cardz“ umfasst nach eigenen Angaben mehrere Zehntausend Karten – von einfachen Exemplaren im Centbereich bis hin zu begehrten Einzelkarten im Wert von bis zu 6.000 Euro. Der Fokus liege auf hochwertigen Pokémon-Einzelkarten, Mystery-Produkten und exklusiven Bundles.

Das Geschäftsmodell trifft einen wachsenden Markt: Der globale Markt für Sammelkartenspiele wurde 2025 auf rund 8,4 Milliarden US-Dollar geschätzt, allein Pokémon hält dabei einen Marktanteil von rund zwölf Prozent. Bis 2035 soll der Markt auf knapp 17 Milliarden Dollar anwachsen. Allein im Geschäftsjahr 2024/25 produzierte The Pokémon Company weltweit 10,2 Milliarden Karten.

Sicherheit als Herausforderung

Mit dem Boom kamen allerdings auch Schattenseiten. Weltweit wurden in den vergangenen Monaten Händler Opfer spektakulärer Überfälle. Eine angemessene Versicherung zu finden, sei schwierig, erläuterte Michel – ähnlich wie bei Kunstwerken sei der exakte Wert einer Karte kaum eindeutig festzustellen. Als Konsequenz lagert „House of Cardz“ seine Bestände an mehreren verschiedenen Standorten. Die persönliche Sammlung von Michel und Sarenren Bazee umfasst rund 100 ausgewählte, hochwertige Karten.

Wen der KSC letztlich als neuen Cheftrainer vorstellt, bleibt abzuwarten – die Kandidatenlage ist trotz des klaren Nein von Wunschkandidat Strobl noch offen.

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