Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images
Der 1. FC Köln hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen und den Franzosen Vincent Koziello vom OGC Nizza verpflichtet. Der 22-Jährige gilt als Mittelfeldtalent und zählte unter Nizza-Trainer Lucien Favre bisher zum erweiterten Stammpersonal. Nun haben sich die Geißböcke den nur 1,68 Meter großen Koziello gesichert – und das gerade mal für kolportierte vier Millionen Euro. Das Transferportal „transfermarkt.de“ schreibt ihm einen Marktwert von 11 Millionen Euro zu – ein guter Deal für Armin Veh.
Koziello soll wohl in erster Linie den Spielaufbau beim FC beleben. Der Mittelfeldakteur gilt als passsicher, verfügt über eine gute Übersicht. Die Zahlen sprechen für ihn, in dieser Saison hat er durchschnittlich über 90% seiner Pässe an den Mitspieler gebracht. Seit Kapitän Matthias Lehmann in dieser Saison vor allem im Spielaufbau schwächelt und Marco Höger wegen seiner Verletzungsanfälligkeit selten spielt, ist Koziello eine sinnvolle Ergänzung für den FC. Ruft er sein Potential ab, kann er die offensive Qualität des Kaders heben.
Ist er eingesetzt, sollte er eine Schnittstelle sein zwischen der Innenverteidigung und den offensiven Außen und dem Sturm. Im Optimalfall eröffnet Innenverteidiger Dominique Heintz den Aufbau mit einem Pass ins Zentrum, von wo aus ein Mittelfeldspieler den Ball in die vorderen Reihen spielt. Das Problem liegt aber im Zentrum, sodass Heintz immer öfter selbst bis über die Mittellinie geht, um den Ball weiter nach vorne zu treiben. Alternativ spielen die Kölner den Angriff über die Außen, wo aber weniger Platz ist, da sich die Außenverteidiger der gegnerischen Mannschaft auf so eine Spielweise einstellen können. Auch ist es für Heintz als Innenverteidiger riskant, zu weit aufzurücken. Koziello muss hier den Part in der Mitte übernehmen.
Doch auch defensive Qualitäten bringt Koziello mit. Sein Stellungsspiel gilt als sicher und schnell, er passt sich auch schnellen Gegenangriffen problemlos an. Ein wichtiger Faktor, gerade weil die Defensive der Kölner bei zügigen Angriffen oder gar Kontern des Gegners oftmals überfordert wirkt. Im Spiel gegen Mönchengladbach etwa hatte die Defensive so ihre Schwierigkeiten mit Wirbelwind Raffael, der nach seiner Einwechslung das Offensivspiel der Fohlen ankurbelte.
Die Frage bleibt trotzdem, wie eingespielt der junge Franzose derzeit ist. Bei OGC spielte er selten über 90 Minuten, pendelte oft zwischen Startelf, Kurzeinsatz und Bank. Seine Konkurrenten im Kölner Kader sind Matthias Lehmann, Marco Höger, aber auch Salih Özcan. Jonas Hector spielte bei seinem Comeback gegen Gladbach links hinten, hat aber auch schon einige Spieler auf der Sechs und defensiven Acht gemacht.
Welche Kombinationen für ein besseres Spiel der Kölner notwendig sind, das muss Trainer Stefan Ruthenbeck möglichst schnell herausfinden. Eingewöhnungszeit wird Koziello nämlich keine bekommen. Der FC steckt in akuter Abstiegsnot und muss viele Spiele gewinnen, um noch das Wunder vom Klassenerhalt zu schaffen.
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