Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images
RB Leipzig erwischt in der Saison 2019/2020 einen regelrechten Traumstart. Drei Siege stehen nach den ersten drei Spielen zu Buche. Das Besondere ist, dass dem Pflichtsieg bei Aufsteiger Union Berlin zwei echte Schwergewichte als Gegner folgten. Doch auch gegen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach zeigte Leipzig selten Schwächephasen. Die Spiele der Sachsen wirkten insgesamt eindeutiger als die Saisonauftakte der Titelaspiranten aus Dortmund und München. Leipzigs Torgarant Timo Werner nannte diese kürzlich stabiler als seinen eigenen Klub. Doch was darf sich der aktuelle Tabellenführer tatsächlich für die Saison ausmalen?
Betrachtet man zunächst den Kader der drei Teams wird eines deutlich. Leipzig hat zwar nicht die großen internationalen Namen in den eigenen Reihen wie der BVB mit Marco Reus, Axel Witsel, Thorgan Hazard oder mittlerweile auch Jadon Sancho. Auch Spieler wie Phillipe Coutinho, Robert Lewandowski oder Thiago vom FC Bayern überragen mit ihrer individuellen Klasse die Leipziger Leistungsträger. Doch alleine die Tatsache, dass man einen Neuzugang wie Patrick Schick zunächst nur als Backup im Kader hat, beweist, dass RB sich personell nicht verstecken muss. Gerade in seiner Breite hat der Leipziger Kader ein sehr hohes Niveau.
Betrachtet man das Spielsystem, offenbart sich Leipzigs Stärke. Die Roten Bullen setzen ebenso wie die Bayern in ihren Systemen auf die spielerische Stärke. Während die Münchener es perfektioniert haben, mit Geduld, Passsicherheit und stoischer Überlegenheit den Sieg in einem Spiel zu erzwingen, setzt Leipzig auf schnelle Kombinationen und Überlegenheit im Mittelfeld. Beide haben regelmäßig gezeigt, dass ihre spielerische Stärke unabhängig von der Ausrichtung des Gegners funktioniert. Einen Vorteil, den der starke Dortmunder Kader in der letzten und auch schon in dieser Saison nicht hatte. Das schnelle Umschaltspiel der Dortmunder und der rasante Offensivfussball, nach Aufbau durch die Sechserposition, hing viel zu oft an den Lücken, die die Gegner dem BVB offenbarten.
Leipzig steht vollkommen verdient nach drei Spieltagen an Platz eins. Julian Nagelsmann ist bekannt für die intensive Förderung junger Talente. Besonders Timo Werner wird davon profitieren. Nagelsmanns Offensivfussball und Leipzigs Kader aus jungen Spielern wie Christopher Nkunku und Tyler Adams und individuellen Größen wie Marcel Sabitzer oder Emil Forsberg versprechen vieles für die Saison. Für langfristige Rückschlüsse ist es zu früh. Doch Bayern und der BVB sollten Leipzig als ernsthaften Konkurrenten mittlerweile akzeptiert haben. Vielleicht sollte man sich in Dortmund und München die Frage stellen, was passiert, wenn RB Leipzig von nun an ihre Souveränität durch die Saison tragen.
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