Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Die Szene nach dem Spiel sorgte zusätzlich für Aufregung: Zwei bis drei aufgebrachte Heidenheim-Fans wollten sich auf Dahmen stürzen, mussten von Ordnern und Spielern zurückgehalten werden. Hintergrund war ein Missverständnis – Dahmen hatte in der Nachspielzeit lautstark den Ball aus einer Zone hinter dem Tor gefordert, ohne zu wissen, dass dort ein medizinischer Notfall vorlag. Die Situation beruhigte sich rasch, die Diskussion um die sportliche Leistung hingegen nicht.
Mit zwölf Gegentoren in fünf Spielen – einem Schnitt von 2,4 pro Partie – ist die Defensive der Fuggerstädter ein Sorgenkind. Dahmen sieht die Verantwortung klar bei der Mannschaft: „Fußball ist ein Sport, der über Zweikämpfe entschieden wird. Vorne haben wir uns nicht durchgesetzt, hinten die entscheidenden Zweikämpfe verloren.“ Der 27-Jährige fordert Konsequenzen: „Man muss klar ansprechen, dass es nicht gut läuft. Es ist trotzdem erst der fünfte Spieltag. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass Sachen geändert werden müssen.“
Dahmen nimmt Trainer Sandro Wagner ausdrücklich aus der Kritik: „Ich würde den Trainer rausnehmen aus der Diskussion. Er hat uns nicht gesagt, dass wir weniger eklig sein sollen. Wir Spieler müssen uns an die eigene Nase fassen.“ Auch die Euphorie rund um Wagners Verpflichtung sieht er nicht als Ausrede: „Jeder spielt lieber mit Euphorie als wenn die Kacke am Dampfen ist.“
Verteidiger Keven Schlotterbeck, der den verletzten Kapitän Jeffrey Gouweleeuw in der Dreierkette ersetzte, schlägt in dieselbe Kerbe: „Es geht nur zusammen, nur so kommen wir wieder raus.“ Er mahnt zur Selbstreflexion: „Jeder muss sich hinterfragen, ob er alles reingeworfen hat und nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Jeder muss erstmal in den Spiegel schauen.“
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