Foto: "Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images"
Sein Wechsel zum FC Augsburg kam für viele überraschend. Stephan Lichtsteiner ist in seiner langen Karriere vor allem das Siegen gewohnt. Beim FCA findet sich der Rechtsverteidiger nun im Abstiegskampf der Bundesliga wieder. Mit dem „kicker“ sprach der Routinier über seinen Ruf, seine Spielweise und seine Ziele.
Lichtsteiner wird zuweilen als äußerst unangenehmer Gegenspieler beschrieben, der mitunter heißblütig reagiert und auf dem Platz nur vor wenig zurückschreckt. Insofern leistete die frühe Gelb-Rote-Karte bei der Niederlage in Bremen keine Abhilfe, um den Ruf des Schweizers aufzubessern. „Es waren unglückliche Entscheidungen“, sagte der 35-Jährige, „ich muss sie akzeptieren und meine Lehren ziehen.“ Zu behaupten der siebenmalige italienische Meister sei bis dato nur negativ aufgefallen, wäre gewiss falsch. Lichtsteiner agierte bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Union Berlin solide, in Bremen leistete er die Vorarbeit zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. „Ich will mir und jedem anderen zeigen, dass ich noch Top-Fußball spielen kann“, erklärte der Neuzugang seinen persönlichen Ansporn. In seinem Alter werde man bereits „naturgemäß abgeschrieben.“ Lichtsteiner allerdings möchte seine Kritiker eines Besseren belehren, wofür er vor harter Arbeit und ehrgeizigen Zielen nicht zurückschreckt. „Ich setze meine Ziele weiterhin sehr hoch und schaue, ob ich sie erreiche“, so der Rechtsverteidiger.
Hohe Ziele hat Lichsteiner nicht nur auf Vereinsebene. Der 35-Jährige hofft nach wie vor auf ein Comeback in der Schweizer Nationalmannschaft. Für die Nati lief der Augsburger bislang 105-mal auf, was nur von Heinz Hermann (118) übertroffen wird. Der letzte Einsatz von Lichtsteiner datiert vom 23. März dieses Jahres, anschließend wurde er nicht mehr nominiert. An einen Rücktritt denkt der Routinier dennoch nicht. „Wenn es um Leistung geht, denke ich nicht, dass ich zurücktreten sollte“, betonte der Defensivmann. „Ich fühle mich gut und spiele auf hohem Level in einer der fünf besten Ligen“, konstatierte Lichtsteiner. Unrecht hat er gewiss nicht.
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