FC Bayern München

Nagelsmann vor entscheidenden Wochen

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Ein neuer Wind weht in München. Mit Julian Nagelsmann übernimmt der sechste Trainer in insgesamt zehn Jahren den Rekordmeister. Für die Vereinsverantwortlichen geht es neben dem sportlichen Erfolg auch um ein besseres Kommunikationsmanagement zwischen Vorstand und Trainer, das unter Hansi Flick gegen Ende der Amtszeit etwas gelitten hat. Dass auf ihn und dem Vorstand neue Herausforderungen warten, steht außer Frage. Zumindest, wenn es nach Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann geht.

Schwere Nachfolge für Nagelsmann in Zeiten von Corona

Für Dieter Hamann besteht einer der größten Herausforderungen, die aktuelle Zeit zu überstehen. „Da die Pandemie auch beim FCB die Lage negativ verändert hat, hätte es für die neuen Hauptverantwortlichen keinen ungünstigeren Zeitpunkt geben können, die Nachfolge der großen und erfolgreichen Vorgänger anzutreten“, so der 47-Jährige gegenüber dem Kicker.

Wenngleich es nicht der beste Zeitpunkt für die Nachfolger Nagelsmann und Kahn darstellt, ist der 33-jährige voller Tatendrang. Zugleich ist ihm bewusst, auf was es in seiner Amtszeit ankommt. Nämlich den Erfolg: „Fragen Sie mich bitte in einem Jahr wieder“, so Nagelsmann auf Nachfrage, ob es die glücklichste Zeit für ihn werden würde.

Für Hamann stellt sich des Weiteren die Frage, inwieweit der FC Bayern in den nächsten Jahren konkurrenzfähig bleibt. Besonders die Abgänge von den etablierten Leistungsträgern wie Jérôme Boateng und David Alaba könnten schwerwiegende Folgen haben. „Unter den verschlechterten Gegebenheiten schon ein Riesenerfolg, wenn die Bayern international konkurrenzfähig bleiben und national weiter dominieren sollten“, so Hamann weiter.

Dass man aber davon überzeugt ist, dass der neue Mann an der Seitenlinie auch schwierige Phasen überwinden kann, unterstrich Präsident Hainer bereits in einem Interview im Juni. „Mir gefällt, wie er mit Druck umgeht, wie er mit seinen Spielern spricht und dass er auch mal über sich selber lachen kann“. Ein gewisses Harmoniebedürfnis in München scheint in München gegeben, auch aufgrund der Diskrepanzen zwischen den ehemaligen Trainer Flick und Salihamidzic

Ungeklärte Personalfragen

Für Julian Nagelsmann muss es indes darum gehen, einzelne Personalfragen zu klären, um mit dem FC Bayern die von Hamann angesprochene Konkurrenzfähigkeit zu erlangen. Präsident Hainer betonte noch vor einem Monat: „Das Ziel ist, den Kader in der Breite zu verstärken“. Nun entstand durch die Gesamtsituation im Zuge der Corona-Pandemie ein Verlust von 150 Millionen Euro, was geringere Möglichkeiten auf dem Transfermarkt zur Folge haben wird.

Was die taktische Ausrichtung angeht, strebt Nagelsmann wieder ein flexibles Spielsystem mit einer Dreierkette an, wodurch Jushua Kimmich ins Mittelfeld vorrücken dürfte. Dayot Upamecano könnte derweil als Ex-Leipziger eine größere Rolle unter Nagelsmann spielen.

Zur Licht-und-Schatten Personalie Leroy Sané äußerte sich der neue Trainer hingegen überraschend positiv. „Er hat herausragende Qualitäten und unfassbaren Speed, einer der besten Spieler im Eins-gegen-eins. Wir brauchen Spieler wie ihn, die gegen tief stehende Gegner mit dem Ball am Fuß Lösungen kreieren“. Gut möglich, dass nun mit dem Austausch zweier Fachleute – Nagelsmann für Flick – eine Kehrtwende im deutschen Fußball entsteht.

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