Frauenfußball

HSV-Frauen trennen sich von Brancao – Klub-Idol Cardoso übernimmt

Werbung

Paukenschlag beim Frauen-Bundesligateam des Hamburger SV: Cheftrainerin Liese Brancao und ihr Assistent Gerhard Waldhart sind mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Für die verbleibenden vier Saisonspiele übernimmt Vereinslegende Rodolfo Cardoso an der Seitenlinie. Die HSV-Frauen stehen derzeit auf Tabellenplatz zwölf und haben lediglich drei Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang – der Klassenerhalt ist damit akut gefährdet. Laut Vereinsführung sei der Schritt das Ergebnis einer ausführlichen Analyse der sportlichen Entwicklung und zahlreicher Gespräche mit den Beteiligten. Man verspreche sich von dem Wechsel einen neuen Impuls im Saisonendspurt.

Cardoso soll Abstieg verhindern

Cardoso, der in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren als kreativer Spielmacher für den HSV auflief, genießt im Volkspark Kultstatus. Für die Hamburger bestritt der Argentinier in seiner Profi-Zeit 137 Pflichtspiele und erzielte 19 Tore, dazu kommen zahlreiche Vorlagen. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er über Jahre im Nachwuchsbereich des HSV und sprang bereits mehrfach als Interimstrainer bei den Männern ein. Nun übernimmt der 57-Jährige erstmals ein Team im Frauenbereich und soll mit seiner Erfahrung und Ruhe die Mannschaft durch den Abstiegskampf führen. Unterstützt wird er weiterhin von Torwarttrainer Sascha Kirschstein, Co-Trainer Eren Sen und Athletikcoach Felix Kleist, dazu rückt U19-Co-Trainer Phil Nabaoui übergangsweise ins Trainerteam auf.

Schwache Bilanz unter Brancao

Die Brasilianerin Liese Brancao war im Sommer 2025 zum damaligen Aufsteiger HSV gekommen, nachdem sie zuvor unter anderem mehrere Jahre den österreichischen Serienmeister SKN St. Pölten geprägt und mit diesem Team regelmäßig die Gruppenphase der Champions League erreicht hatte. In Hamburg blieb der erhoffte Durchbruch jedoch aus: In 24 Pflichtspielen holte sie nur fünf Siege, sechs Unentschieden und kassierte 13 Niederlagen, was einem Punkteschnitt von 0,88 entspricht. Angesichts der prekären Tabellensituation sieht die Vereinsführung nun Cardoso in der Pflicht, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzusammeln. Der frühere Offensivkünstler zeigt sich laut Klubangaben hochmotiviert und ist überzeugt, mit der Mannschaft kurzfristig eine Reaktion zeigen zu können.

Werbung
Teilen
Veröffentlicht von
Rene Müller

Ältere Artikel

Hansa Rostock: Leih-Duo Holten und Bergh als Aufstiegsfaktor – und Risiko

Bei Hansa Rostock tragen zwei Leihspieler maßgeblich die Hoffnungen im Aufstiegsrennen – doch ihre Zukunft…

15. April 2026

Hannover 96: Becker rückt in den Fokus für den Boss-Posten

Hannover 96 ist weiter auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer Sport, nachdem das Kurz-Comeback…

15. April 2026

Schock-Aus für Liverpool – schwere Verletzung bei Hugo Ekitiké

Der FC Liverpool ist im Viertelfinale der Champions League erneut an Paris Saint-Germain gescheitert. Nach…

15. April 2026

Deutscher Fußball trauert um Roger Prinzen

Der deutsche Fußball hat eine prägende Persönlichkeit des Nachwuchsbereichs verloren: Der frühere Trainer des 1.…

15. April 2026

Augsburg: Zusatzeinnahmen durch Ex-Stürmer?

Beim FC Augsburg kann man auch in der kommenden Spielzeit für die 1. Bundesliga planen.…

14. April 2026

BVB: Top-Talente für Defensive im Blick

Bei Borussia Dortmund dreht sich das Personalkarussell schwunghaft. Die Personalplanungen werden massiv vorangetrieben. Unter Nils-Ole…

14. April 2026

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Nutzererlebnis bieten zu können. Wenn Sie fortfahren, diese Seite zu verwenden, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind.