Vivien Endemann wechselt von den Wölfinnen zum FC Liverpool. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)
Die Frauen-Bundesliga verliert ein weiteres Gesicht an die englische Women’s Super League. Vivien Endemann (24) wird den VfL Wolfsburg nach Auslauf ihres Vertrages im Sommer verlassen und sich dem FC Liverpool anschließen. Der Wechsel zur Spielzeit 2025/26 ist besiegelt, der offizielle Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses ist der 1. Juli.
Die Außenstürmerin war 2023 von der SGS Essen nach Wolfsburg gewechselt und etablierte sich dort schnell als Stammkraft. In drei Jahren bei den Wölfinnen erzielte sie in allen Wettbewerben mehr als 30 Treffer, darunter ein Tor beim 5:2-Sieg gegen Manchester United in der Women’s Champions League im vergangenen November. Wolfsburg belegt in der laufenden Bundesliga-Saison Rang zwei hinter Bayern München – und hätte Endemann dem Vernehmen nach gerne gehalten.
Der Wechsel bringt jedoch einen sportlichen Wermutstropfen mit sich. Liverpool liegt in der WSL nach 19 Spieltagen mit 17 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz – weit entfernt von Manchester City (49 Punkte), Chelsea (40 Punkte) und Arsenal (38 Punkte) an der Spitze. Internationales Geschäft ist für die Reds in der kommenden Saison damit nicht in Sicht. Endemann tauscht die Champions League gegen den Kampf um einstellige Tabellenplätze.
Auf Nationalmannschaftsebene hat die Offensivspielerin nach längerer Abwesenheit zuletzt wieder Boden gutgemacht. Im März kehrte sie ins DFB-Team zurück und bestritt in der WM-Qualifikation zwei Partien als Vertreterin der verletzten Klara Bühl – beim 5:0 gegen Slowenien und beim 4:0 gegen Norwegen. Insgesamt steht Endemann bei 17 Länderspielen und drei Länderspieltreffern für die Nationalmannschaft. Zu ihren bisherigen Karrierehöhepunkten zählt die Olympia-Bronzemedaille von Paris 2024.
Endemann reiht sich in eine wachsende Gruppe deutscher Internationaler ein, die es in die finanzstarke englische Liga zieht: Sjoeke Nüsken spielt für den FC Chelsea, Shekiera Martinez für West Ham United, Sydney Lohmann und Rebecca Knaak für Manchester City. Auch um weitere Leistungsträgerinnen der Bundesliga kursieren Wechselgerüchte – der Abfluss an Spielerinnen in die WSL dürfte die deutschen Klubs weiter unter Druck setzen.
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