Regionalliga

Ungewisse Zukunft beim FCC: Uluc und Jena stehen vor der Trennung

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Der FC Carl Zeiss Jena lieferte am Mittwochabend ein Ausrufezeichen in der Regionalliga Nordost. Vor 8940 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld deklassierte das Team den FSV Zwickau mit 5:1 und untermauerte damit seine Ambitionen in der laufenden Saison. In der Tabelle liegt der FCC nach 28 Spieltagen mit 57 Punkten auf dem zweiten Rang – sieben Zähler hinter Spitzenreiter Lok Leipzig, aber mit einem Nachholspiel in der Hinterhand.

Doch hinter den Kulissen brodelt es. Wenige Minuten vor Anpfiff des Ostkrachers wurde bekannt, dass Cheftrainer Volkan Uluc (56) und der Verein zum Saisonende getrennte Wege gehen werden. Uluc selbst stand nach dem Schlusspfiff mit seinem Trainerteam zurückhaltend im Mittelkreis und verfolgte still, wie sich die Mannschaft von den Fans in der Nord- und Südkurve bejubeln ließ.

Zum Thema seiner Zukunft wollte sich Uluc am Spieltag nicht äußern. Er erklärte lediglich, dieser großartige Abend gehöre der Mannschaft. Zu seiner persönlichen Situation wolle er sich gemeinsam mit dem Verein Anfang der kommenden Woche äußern.

Ausstiegsklausel gezogen

Ulucs Vertrag in Jena läuft eigentlich bis zum 30. Juni 2027. Allerdings enthält das Arbeitspapier eine beiderseitige Ausstiegsklausel, die bis zum 31. März hätte gezogen werden können – und genau das hat Uluc offenbar getan. Damit endet seine zweite Amtszeit bei den Thüringern nach dem Pokalfinale am 23. Mai gegen den ZFC Meuselwitz.

Leistungsträger ohne Vertragsverlängerung

Die Hintergründe der Entscheidung liegen auf der Hand. Bei wichtigen Stammspielern wie Marius Liesegang, Maurice Hehne, Nicolas Wähling oder Emeka Oduah – der allein gegen Zwickau einen Dreierpack schnürte – gibt es kaum Fortschritte bei den Vertragsverhandlungen. Genau diese Akteure wären jedoch die Säulen eines aufstiegsfähigen Kaders. Laut Informationen aus dem Umfeld der Vereinsgremien soll der Personaletat für die Profimannschaft in der kommenden Spielzeit sogar noch leicht gesenkt werden. Für Uluc, der mit dem erklärten Ziel verpflichtet wurde, den Aufstieg in die 3. Liga anzupeilen, dürfte das ein entscheidendes Signal gewesen sein.

Akademie vor Profiteam – ein Ungleichgewicht

Ein häufig geäußerter Kritikpunkt an Uluc betrifft den geringen Einsatz eigener Nachwuchsspieler. Dabei liegt das Problem tiefer: Zwar arbeitet das Nachwuchsleistungszentrum engagiert, doch die talentiertesten Spieler wechseln oft schon im Alter von 14 oder 15 Jahren zu größeren Vereinen. Ohne eine glaubwürdige sportliche Perspektive über die Regionalliga hinaus fehlt es an Argumenten, diese Talente zu halten. Die Zahlen verdeutlichen die Schieflage: Rund 1,3 Millionen Euro fließen jährlich in die Akademie, während für das Profiteam in der Regionalliga nicht einmal eine Million Euro zur Verfügung steht. Die strategische Ausrichtung auf die Nachwuchsarbeit ist zwar grundsätzlich sinnvoll, kann aber nur funktionieren, wenn die erste Mannschaft nicht auf Sparflamme gefahren wird.

Drei mögliche Szenarien

Für die kommenden Wochen ergeben sich drei Optionen. Im günstigsten Fall gelingt dem FCC noch in dieser Saison der Aufstieg in die 3. Liga – in diesem Szenario würde sich Ulucs Vertrag trotz der gezogenen Klausel automatisch verlängern. Das wahrscheinlichste Szenario ist allerdings, dass die Vereinsführung an der bisherigen Finanzlinie festhält und der Trainer den Verein im Sommer verlässt. Die dritte Möglichkeit: Vorstand und Geschäftsführung sichern einen höheren Etat zu und schaffen damit die Grundlage für neue Gespräche über eine Zusammenarbeit – dann könnte auch Uluc seine Entscheidung womöglich noch einmal überdenken.

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