Am letzten Spieltag der schottischen Meisterschaft schrieb Celtic Glasgow das Happy End für sich und das Drama für Heart of Midlothian. In einem direkten Duell im Celtic Park drehte Celtic ein Spiel, das lange nach dem Mut der Außenseiter roch, und siegte 3:1. Für die Gäste, bei denen Alexander Schwolow zwischen den Pfosten stand, endete ein Saisontraum in bitterer Enttäuschung.
Die Hearts gingen durch Kapitän Lawrence Shankland in Führung, sein 16. Saisontor (43.) ließ die Hoffnungen auf den fünften Meistertitel seit 1965 wieder auflodern. Doch noch vor der Pause schlug Celtic zurück: Der Belgier Arne Engels verwandelte einen Handelfmeter (45.+4), bei dem Schwolow zwar die Ecke ahnte, der Ball ihm aber unter dem Körper durchrutschte. Ein Moment, der sich später als folgenschwer erweisen sollte.
Die zweite Halbzeit verwandelte sich in eine nervenaufreibende Abwehrschlacht der Hearts. Celtic drückte, ohne sofort zu treffen; Kelechi Iheanacho scheiterte am Pfosten (79.), und Schwolow parierte kurz darauf einen Schuss von Benjamin Nygren spektakulär (80.). Doch das Schicksal blieb unbarmherzig: Der Japaner Daizen Maeda erzielte nach längerer Videoüberprüfung den vermeintlichen Siegtreffer (87.), und in der Nachspielzeit (90.+8) schob Callum Osmand ins verlassene Tor ein, nachdem Schwolow sich mit nach vorne gewagt hatte.
Für Celtic bedeutete der Triumph nicht nur drei Punkte, sondern die 56. Meisterschaft, die vierte in Folge und die 13. in 14 Jahren – ein Rekord, der Lokalrivale Rangers (55) überholt. Vor den Augen von Celtics Edelfan Rod Stewart wurde aus einem dramatischen Finale ein historischer Moment.
Für die Hearts bleibt die Frage nach dem „Was wäre gewesen?“: Zwei späte Gegentore, ein unglücklicher Elfmeter und ein mutiger, aber riskanter Torwarteinsatz verwandelten Hoffnung in Reue. Die Klubgeschichte kennt ähnliche Tragödien – bereits 1965 und 1986 wurde der Titel am letzten Spieltag verpasst. Dass seit 1985 kein anderes Team als Celtic oder Rangers Meister wurde, macht die verpasste Chance der Hearts noch schmerzhafter.
Fußball schreibt die schönsten Geschichten – und manchmal die bittersten Kapitel. Fraglich, wann Heart of Midlothian eine solche Chance noch einmal bekommen wird.
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