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Verspielter Meistertitel: Ajax Amsterdam erlebte „Dortmund 2.0“

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Es ist auf den Tag zwei Jahre her, da war Borussia Dortmund im Tal der Tränen. 2:2 (0:2) gegen Mainz 05 am 27. Mai 2023, die sicher geglaubte Deutsche Meisterschaft weg geworfen, die unfassbarste Titel-Pleite seit Bayer Leverkusen 2000 in Unterhaching hingelegt. Seit dem 18. Mai 2025 weiß man auch bei Ajax Amsterdam, wie sich ein verlorener Meistertitel anfühlt. Ajax Amsterdam erlebte in der niederländischen Eredivisie ein Waterloo.

Selbst bei Verfolger PSV Eindhoven hatten sie schon aufgegeben. „Neun Punkte sind zu viel“, sagte PSV-Kapitän Luuk de Jong, Ex-Profi von Borussia Mönchengladbach, nach dem 0:2 gegen Ajax Amsterdam am 30. März 2025, „das ist mit so wenigen verbleibenden Spielen nicht zu machen, ich denke, wir sollten uns auf den Champions-League-Platz fokussieren.“

Ajax Amsterdam ohne Meistertitel: 9 Punkte Vorsprung verspielt

Sieben Spiele waren zu diesem Zeitpunkt noch zu absolvieren.

Mit neun Punkten führte Ajax nach dem direkten Duell vor der Mannschaft von Ex-Bundesligatrainer Peter Bosz die Tabelle an, der Meistertitel schien für Ajax Amsterdam nur noch Formsache.

  • Am 14. Mai 2025, dem 33. Spieltag, dann die spektakuläre Wende. Ajax kassierte in der neunten Minute der Nachspielzeit beim FC Groningen den 2:2-Ausgleich.

Unglaubliche Jubelszenen

In Eindhoven war die Partie gegen Heracles Almelo (4:1) bereits zu Ende. Als die im Philips Stadion verbliebenen Fans vom Endergebnis aus Groningen erfuhren, spielten sich unbeschreibliche Jubelszenen ab.

  • Damit hatte die PSV einen Punkt Vorsprung und in sieben Partien 10 Zähler auf Ajax gut gemacht.
  • Der niederländische Rekordmeister aus Amsterdam gewann von den letzten sieben Spielen nämlich nur drei, auch die Pflichtaufgabe gegen Twente Enschede (2:0) im Saisonfinale wurde gelöst.

Das aber nützte dem AFC Ajax nichts mehr – Eindhoven triumphierte im Parallelspiel mit 3:1 bei Sparta Rotterdam und verteidigte doch noch seinen Titel.

Der frühere Nationalspieler Wim Jonk (58), der für Ajax und Eindhoven spielte, sagte nach dem Titel-Drama: „Ajax hat einen großen Vorsprung herausgespielt, aber in dem Moment, in dem du Punkte liegen lässt, kommen von außen die Fragen, was das psychologisch mit einem Team macht. Du konntest sehen, dass der Druck bei Ajax immer stärker wurde und dass die Spiele einfroren.“

  • Und Eindhoven? „Der Bosz-Dienst“ gewann die letzten sieben Spiele allesamt. Als Wendepunkt sieht Wim Jonk die 3:2-Aufhojagd nach 0:2 bei Feyenoord Rotterdam am 32. Spieltag. Ein Tor von Noa Lang (90. + 9) brachte die PSV wieder ins Titelrennen – und dann brachen gegen Almelo alle Dämme.

„Natürlich spielt Glück dabei eine große Rolle“, sagt Wim Jonk über die Aufholjagd der PSV, „aber Glück kann man sich auch erarbeiten und es kommt am meisten darauf an, die eigenen Spiele zu gewinnen.“

„Bester Moment, um getrennte Wege zu gehen“

Bittere Tränen gab es bei Ajax-Coach Francesco Farioli. Der 36-jährige Italiener holte mit den Amsterdamern mit 2,29 Punkten im Schnitt pro Spiel den viertbesten Wert seit dem Jahr 2000 – und stand am Ende doch mit leeren Händen da.

Farioli trat bei Ajax Amsterdam nach dem verlorenen Meistertitel zurück: „Es ist jetzt der beste Moment, um getrennte Wege zu gehen.“

  • Die Datenspezialisten von Opta zeigten Ajax Titel-Absturz – am 19. April lag der Vorsprung noch bei neun Punkten – als den größten Kollaps eines Tabellenführers in einer europäischen Top-5-Liga auf.
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