Andreas Rentz/Getty Images
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hat die Vergabe des neu geschaffenen FIFA-Friedenspreises an Donald Trump deutlich kritisiert.
„Ich persönlich finde Fußball-Veranstaltungen generell nicht unbedingt dafür geeignet, solche Preise zu verleihen“, sagte der 62-Jährige dem kicker nach der Zeremonie in Washington. Fußball werde „manchmal dazu neigen, ihn etwas zu überhöhen“, so Rettig. Themen wie Frieden müssten jedoch „Zivilgesellschaften und Politik herbeiführen und nicht der Fußball“. Der Funktionär betonte zugleich, dass eine Weltmeisterschaft bereits „eine starke Botschaft“ transportiere, da „junge Sportler“ und „Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen“ zusammenkämen.
Die FIFA hatte den Preis erst vor einem Monat ins Leben gerufen. Trump sprach von einer der „größten Ehren meines Lebens“, während Kritiker und Menschenrechtsorganisationen die Auszeichnung als unverdient bezeichneten.
Mit Blick auf die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko warnte Rettig davor, Fehler wie beim Turnier in Katar zu wiederholen. Damals seien gesellschaftliche Debatten „in die Kabine gelassen“ worden. Der DFB wolle seinen Spielern und Mitarbeitern keine Vorgaben machen, „ob oder wie sie sich zu einem gesellschaftspolitischen Thema zu äußern haben“.
Gleichzeitig betonte Rettig: „Das bedeutet nicht, dass wir als Verband in sportpolitischen Themen oder zu Haltungsfragen keine Meinung haben. Nur: Die müssen nicht diejenigen öffentlich äußern, die am Ende auch noch 90 oder mehr Minuten auf den Platz bringen sollen.“
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