Letzter Auftritt für Luis Suárez (r.) und Edinson Cavani mit Uruguay bei einer WM - Der Null-Tore-Sturm hatte schon vor dem Turnier in Katar seinen Rückzug angekündigt. Foto: PABLO PORCIUNCULA/AFP via Getty Images.
Man kann durchaus sagen, dass Uruguays „Celeste“ unter Überalterung litt. Der Weltmeister von 1939 und 1950 stellte das fünftälteste Team im Teilnehmerfeld und ging trotz 2:0 im direkten Duell in Gruppe H am Freitag gegen Ghana in Al-Wakrah in der Vorrunde raus. Auch, weil sich die Routiniers Luis Suárez („Das Böse an sich“) und Edinson Cavani (beide 35) als Null-Tore-Sturm glanzlos verabschiedeten.
Sprechen wir doch mal über „Das Böse an sich“! Da saß Luis Suárez, ein Spieler, der bei Weltmeisterschaften mit höchst umstrittenen Szene wie seiner Beiß-Attacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini („Italiener al dente“) oder seinem Handspiel 2010 im Viertelfinale gegen Ghana wie kaum ein anderer polarisiert hatte – und weinte!
„Die letzten Vertreter der goldenen Generation um die Stürmerlegenden Suárez und Cavani wollen für Uruguay noch einmal glänzen“, schrieb das Kicker-Sonderheft WM 2022 vor Turnierstart über die Südamerikaner. Das gelang, aber zu spät.
2:0 gegen Ghana – aber ohne Tore von Cavani und Suárez!
Luis Suárez, der bei seinen WM-Teilnahmen seit 2010 insgesamt 7-mal getroffen hatte, verpasste in Katar den Spitzenplatz als alleiniger Rekord-Torschütze der Mannschaft vom Rio de la Plata, um 2 Treffer. Rekord-Mann für Uruguay bleibt auf Sicht damit Weltmeister Oscar Miguez (WM 1950 und 1954) mit 8 Toren, denn für Suárez war es die letzte WM.
Cavani verließ die größte Bühne, die Weltmeisterschafts-Endrunde, mit insgesamt 5 Toren.
Die Folge: Uruguay konnte sich zum ersten Mal seit 2002 nicht für das Achtelfinale qualifizieren, nachdem man in der Gruppenphase dieses Wettbewerbs vor der Endrunde 2022 fünf Spiele in Folge gewonnen hatte. Vor 20 Jahren scheiterte Uruguay in einer Gruppe mit Dänemark, Senegal und Weltmeister Frankreich.
Dass es nun wieder so kam, lag auch am Null-Tore-Sturm mit Cavani und Suárez. Die beiden Stürmer-Oldies standen in allen 3 Spielen auf dem Platz. Giorgian de Arrascaeta sprang mit 2 Toren gegen Ghana in die Bresche. Nach Juan Peregrino Anselmo gegen Jugoslawien 1930 und Miguez gegen Bolivien 1950 wurde der Mittelfeldspieler von Flamengo Rio de Janeiro erst der dritte uruguayische Spieler, der in der ersten Hälfte eines WM-Spiels 2 Tore erzielte.
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