Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images
Ondrej Duda konnte in dieser Saison endlich bei der Hertha Fuß fassen. Nach zwei äußerst durchwachsenen ersten Jahren hat sich der Slowake in Berlin eingelebt. Mit elf Toren und fünf Vorlagen ist er einen Spieltag vor Ende der Spielzeit gleichzeitig Herthas bester Torschütze und Scorer. Doch seine guten Leistungen sind nicht unbemerkt geblieben, ein spanischer Top-Klub hat wohl ein Auge auf Duda geworfen.
Das französische Portal „Euro United“ berichtet von einem Interesse des FC Sevilla an Duda. Der Sportdirektor der Andalusier habe sich bereits mit Dudas Vater getroffen, nun könnte den Berlinern zeitnah ein Angebot unterbreitet werden. Angesichts der starken Saison und des noch jungen Alters des 24-Jährigen beziffert „transfermarkt“ Dudas Marktwert auf etwa 15 Millionen Euro. Eine Transfersumme könnte sich also im Bereich von 15-25 Millionen Euro bewegen. Sevilla belegt in der spanischen Liga momentan den sechsten Platz und hat die Europa League-Teilnahme so gut wie sicher. Dies könnte für Duda ein attraktives Lockmittel sein, allerdings sind seine Chancen auf Spielzeit angesichts des qualitativ hochwertigen Kaders der Spanier eher begrenzt.
Für Herthas Manager Michael Preetz wäre ein Transfer ein weiteres Argument für Hertha als Aus- und Weiterbildungsverein. Berlin zahlte im Sommer 2016 etwa vier Millionen Euro Ablöse, daher wäre ein Weiterverkauf zu besagten Konditionen enorm profitabel. Duda würde sich damit neben Spielern wie John-Anthony Brooks oder Mitchell Weiser einreihen, die Hertha mit großem Gewinn verkaufen konnte.
Abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt scheint ein Transfer des offensiven Mittelfeldspielers jedoch eher unwahrscheinlich. Duda hat lange gebraucht, um sich bei Hertha einzugewöhnen. Für ihn war zum Anfang alles neu: die Mannschaft, die Stadt, die Sprache. Dann kamen die Verletzungen hinzu. Es dauerte zwei lange Jahre, bis der Spielmacher auf dem Platz sein Potenzial abrufen konnte.
Und auch wenn die Zahlen durchaus beeindrucken, ist Duda noch lange nicht an seiner Leistungsgrenze angekommen. Immer wieder zeigte der Slowake Auftritte, bei denen er größtenteils untertauchte und keinen Einfluss auf das Spiel nahm. Doch Trainer Pal Dardai vertraute ihm stets und sieht Duda als einen Mann für die besonderen Momente. Dieses Vertrauen müsste er sich bei einem neuen Trainer erst erarbeiten. Auch die Mannschaft, Stadt und Sprache wären in Sevilla wieder eine neue. Ob er also gewillt ist, die Möglichkeit von einem erneuten langen Leidensprozess in Kauf zu nehmen für die Aussicht auf internationalen Fußball, wird die Chancen dieses Transfers maßgeblich beeinflussen.
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