HARRISON, NEW JERSEY - JUNE 7: Ørjan Nyland #1 of Norway in action against Morocco during the international friendly match at Sports Illustrated Stadium on June 7, 2026 in Harrison, New Jersey. (Photo by Vincent Carchietta/Getty Images)
Ørjan Nyland war beim norwegischen Achtelfinal-Erfolg gegen Brasilien nicht nur wegen seiner Paraden ein Thema. Der 35 Jahre alte Torhüter lief laut offiziellen FIFA-Daten gegen die Südamerikaner rund 6,7 Kilometer – ein ungewöhnlich hoher Wert für einen Spieler auf seiner Position. Norwegens Teammanager Brede Hangeland reagierte entsprechend erstaunt: „Dass er so weit gelaufen ist, ist ziemlich schwer zu erklären.“
Die Zahlen zeigen, dass Nylands Laufpensum kein einmaliger Ausreißer war. Bereits gegen den Irak kam er auf 6,255 Kilometer, gegen Senegal auf 6,223 Kilometer und gegen die Elfenbeinküste auf 5,741 Kilometer. Im Vergleich mit anderen Torhütern im bisherigen Achtelfinale liegt er deutlich vorn: Kanadas Maxime Crépeau kam auf 5,939 Kilometer, Englands Jordan Pickford auf 5,826 Kilometer, Brasiliens Alisson auf 5,219 Kilometer.
Hangeland, der nach eigener Aussage viele Jahre mit GPS-Daten gearbeitet hat, hält Werte über sechs Kilometer für außergewöhnlich. „Vier oder vielleicht fünf Kilometer sind typisch“, erklärte er. Nationaltrainer Ståle Solbakken sieht die Sache etwas gelassener. Nyland sei permanent in Bewegung, schiebe oft weit nach vorne und laufe bei Ecken auch mal zur Seitenlinie, um Informationen auszutauschen. „Das bringt automatisch 100 Meter, wenn er zu uns rausläuft und zurück“, sagte Solbakken.
Nyland selbst nahm die Daten mit Humor. „Es gibt ein paar Trinkpausen, zu denen wir rauslaufen müssen“, sagte er, wurde dann aber ernsthafter: „Es zeigt einfach, dass sich Torhüter auch bewegen.“ Im modernen Fußball sei der Keeper längst nicht mehr nur auf den Strafraum beschränkt. Er müsse anspielbar sein, mit der Abwehr nachrücken und Teil des Aufbauspiels werden.
Sportlich passt dieser Befund zu Nylands WM. Schon gegen die Elfenbeinküste hatte er Norwegen mit einer späten Glanzparade den Sieg gerettet, gegen Brasilien folgte dann eine der besten Leistungen seiner Karriere. Am Samstag wartet nun England im Viertelfinale – und vermutlich wieder ein Torwart, der mehr läuft, als viele erwarten.
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