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Weltmeisterschaft

Javier Aguirre verabschiedet sich: Mexiko übergibt an Rafa Márquez

Mexikos WM-Traum ist im eigenen Stadion geplatzt. Nach der 2:3-Niederlage gegen England im Azteca endete nicht nur das Turnier für den Co-Gastgeber, sondern auch die dritte Amtszeit von Javier Aguirre als Nationaltrainer. Der 67-Jährige verabschiedete sich mit Enttäuschung, aber auch mit viel Anerkennung für seine Mannschaft. „Ich hätte mich gerne mit einem Sieg von meinen Leuten verabschiedet. Das tut weh“, sagte Aguirre nach dem Spiel. „Wir haben es versucht.“

Dabei hatte Mexiko das Publikum lange hinter sich. Die Partie begann wegen schlechten Wetters rund um das Azteca mit einer Stunde Verspätung, doch die Stimmung litt darunter kaum. In der Schlussphase trieben die Fans ihr Team noch einmal lautstark nach vorne, sangen „Sí se puede“ – „Ja, wir können“ –, doch England brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.

Sportlich war es ein bitterer Abend für Mexiko. Jude Bellingham brachte England mit einem schnellen Doppelpack in Führung, ehe Julian Quiñones verkürzte. Nach der Pause traf Harry Kane per Elfmeter zum 3:1, obwohl England bereits in Unterzahl spielte. Raul Jimenez sorgte spät ebenfalls vom Punkt noch einmal für Hoffnung, mehr gelang Mexiko aber nicht.

Aguirre wollte seiner Mannschaft dennoch keinen Vorwurf machen. „Die Spieler müssen mit erhobenem Kopf gehen“, sagte er. „Heute sollte es nicht sein. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, aber ich möchte ihnen allen danken.“ Trotz des Ausscheidens sieht der Trainer einen Fortschritt: Mexiko habe wieder Zusammenhalt gezeigt und die Verbindung zu den Fans erneuert. „Ich gehe mit viel Stolz“, erklärte Aguirre. „Diese Spieler haben mich sehr glücklich gemacht. Wir haben das Zugehörigkeitsgefühl und die Identität dieser Mannschaft zurückgewonnen.“

Der Blick richtet sich nun auf Rafa Márquez. Der frühere Kapitän, der Mexiko bei fünf Weltmeisterschaften vertrat und während des Turniers Teil von Aguirres Trainerteam war, soll den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Aguirre traut ihm das klar zu: „Ich wünsche ihm alles Gute. Er ist mehr als fähig, und er wird es besser machen als ich.“