Nationalmannschaft

2. Gruppenspiel: Was unseren nächsten Gegner so gefährlich macht

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Morgen Abend (18 Uhr) trifft das Team von Joachim Löw im zweiten Gruppenspiel auf Portugal. Aufgrund der knappen Auftaktniederlage gegen Frankreich ist es schon ein Alles-oder-Nichts Spiel. Portugal hingegen konnte das erste Spiel gegen Ungarn mühevoll mit 3:0 gewinnen. Warum der amtierende Europameister der DFB-Elf dennoch gefährlich werden könnte, zeigt sich nicht nur an den Einzelqualitäten von Cristiano Ronaldo.

Portugal ist nicht Ronaldo alleine

Das Portugal nicht komplett abhängig von seinem Superstar mit der Nummer 7 ist, weiß man spätestens seit dem Finale der vergangenen Europameisterschaft. Dort verletzte sich Ronaldo früh, musste in der 25. Spielminute ausgewechselt werden. Ohne den großen Superstar im EM-Finale gegen den favorisierten Gastgeber – die Zeichen standen nicht gut für die Portugiesen. Dennoch erzielte in der Verlängerung der eingewechselte Eder das glückliche 1:0 für die Portugiesen und markierte damit den ersten EM-Titel Portugals überhaupt.

Neben dem Sportlichen ist Ronaldo gleichzeitig auch ein Vorbild für seine Teamkameraden, „Besonders für junge Spieler“, so der Ex-Kapitän Nuno Gomes in einem Gespräch mit t-online. Das Portugal nicht komplett abhängig vom 5-maligen Weltfußballer ist, wird mit Blick auf die Ersatzbank deutlich. Dort saß gegen Ungarn beispielsweise ein gewisser Andre Silva, welcher mit seinen 36 Torbeteiligungen vergangene Bundesliga-Saison geglänzt hat und sich eigentlich in Topform befindet. Hinzu kommen Namen wie Joao Felix, der als eines der größten Talente im portugiesischen Fußball gilt, Bernardo Silva und Diogo Jota, welche allesamt weitere hochkarätige Offensivkräfte in der portugiesischen Mannschaft sind. Laut Gomes hat auch schon ein ganz bestimmter Spieler Führungsqualitäten, die er nach einem möglichen Abgang von Ronaldo auf die Mannschaft übertragen könnte: „Ruben Dias ist eine geborene Führungspersönlichkeit. Das hat ihm auch dabei geholfen, so schnell und einfach bei Manchester City Fuß zu fassen. Sollte Cristiano eines Tages seine Nationalmannschaftskarriere beenden, dürfte Ruben die Binde von ihm übernehmen.“ Dias hat in der vergangenen Saison 32 Spiele für die Citizens bestritten und auch in seiner dreijährigen Zeit bei der Nationalmannschaft schon Erfahrung gesammelt.

Taktische Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg

In der EM-Qualifikation belegte das Team von Fernando Santos derweil den zweiten Tabellenplatz hinter der Ukraine. Die Taktik gestaltet sich dabei sehr unterschiedlich und flexibel. Auch während dem Spiel. Mal 4-4-2, 4-1-4-1 oder 4-3-3 lauten die genutzten Formationen des Titelverteidigers.

In der vergangenen Partie tat sich der Favorit gegen Ungarn sehr lange schwer. Allerdings verteidigten die Ungarn sehr kompakt und machten es der Offensive sehr schwer, sich zu entfalten. Mit den Einwechslungen von Silva und dem Ex-Bayern-Spieler Renato Sanches wurde das Spiel offensiv nochmals belebt und führte so zu dem, zumindest auf dem Papier, klaren 3:0 Erfolg. Alleine dieses Beispiel zeigt: Portugal hat auf der Bank sehr interessante Alternativen sitzen, die dem gegnerischen Team immer wieder gefährlich werden können.

Ordentliche Statistik unter Santos

Auch die Defensive steht mittlerweile stabil. Ruben Dias und Pepe bilden ein erfahrenes Innenverteidiger-Duo. In der abgelaufenen EM-Quali war das Team unter Santos die zweitbeste Defensive in Gruppe B mit sechs Gegentoren hinter der Ukraine (vier Gegentore). Das einzig enttäuschende Ergebnis erzielte man bei der 1:2-Niederlage gegen die Ukraine im vergangenen Oktober. Es war aber auch gleichzeitig die erste Niederlage des neuen Coaches im Rahmen einer Europameisterschaft.

Am Ende des Tages wird es für Hummels- und Co. nicht nur darum gehen, den Heilsbringer des portugiesischen Fußballs zu stoppen, sondern auch das Kollektiv, welches dahinter steht und es der deutschen Mannschaft gefährlich machen wird. Genauso wie es 2016 auch schon Frankreich passiert ist.

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