Nationalmannschaft

Der Trubel um den neuen Azzurri-Trainer

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Italien sucht nach der dritten verpassten WM in Folge einen neuen Nationaltrainer. Zwei große Namen sind im Gespräch und beide senden gemischte Signale.

Es ist eine Krise, die nicht aufzuhören scheint. Zum dritten Mal in Folge hat die Squadra Azzurra die WM-Qualifikation verpasst. Ein Desaster für einen der traditionsreichsten Fußballverbände der Welt. Gennaro Gattuso muss gehen, ein Neuanfang muss her. Die Frage, wer die Hauptfigur des Neuanfangs werden soll, dominiert in diesen Tagen den italienischen Fußball.

Conte: Eine Einladung, die keiner ausspricht

Der Name, der dabei am lautesten fällt, ist Antonio Conte. Der 56-Jährige ist derzeit Trainer der SSC Neapel, führt den amtierenden Meister nach einer durchwachseneren Phase wieder auf Kurs: fünf Siege in Serie, Tabellenplatz zwei, ein Punkteschnitt von 2,02 in 84 Partien seit seinem Amtsantritt im Sommer 2024. Am Montagabend nach dem 1:0-Heimsieg gegen die AC Milan äußerte er sich erstmals zu den Gerüchten.

Und er tat es auf seine typische Art: „Wenn ich der italienische Präsident wäre, würde ich mich auch fragen.“ Ein Satz, der keine Ablehnung ist. Eher eine Einladung.

Erinnerungen an 2016 und eine klare Forderung

Conte kennt diesen Job. Von 2014 bis 2016 trainierte er die Nationalmannschaft, führte Italien bei der EM ins Viertelfinale – und trat dann enttäuscht zurück. Der Grund: mangelnde Unterstützung vom Verband. „Ich habe damals nur wenig Unterstützung erhalten“, sagte Conte am Montag. „Jetzt muss sich vieles ändern.“

Seine Botschaft an den FIGC ist klar: Wer Conte will, muss die Strukturen verändern. Spieler mit einem gewissen Niveau seien vorhanden, erklärt der Coach, aber ohne echten Rückhalt vom Verband werde auch der beste Trainer nichts ausrichten können. „Wichtig ist, dass es Menschen gibt, die die Situation verstehen und bereit sind, zu handeln.“

Ein Vertrag bis 2027 – und ein angekündigtes Treffen

So sehr Conte die Kandidatur reizt, so kompliziert ist die Situation. Sein Vertrag bei Neapel läuft bis zum Sommer 2027. Ein vorzeitiger Abgang wäre aufwendig und Conte macht kein Geheimnis daraus, dass er das weiß. „Sie kennen meine Situation. Sie wissen, dass ich einen langfristigen Vertrag habe. Sie wissen, dass ich mich trotzdem mit dem Präsidenten treffen werde. Sie wissen alles.“

Ein Treffen also, aber kein Versprechen. Die Tür scheint also offen, aber noch längst nicht durchschritten.

Auch Allegri im Gespräch – aber mit klarer Ansage

Neben Conte wird auch Massimiliano Allegri als möglicher Gattuso-Nachfolger gehandelt. Der 58-Jährige trainiert derzeit ebenfalls bis 2027 bei der AC Milan, ausgerechnet dem Gegner vom Montagabend. Und anders als Conte ließ Allegri wenig Raum für Spekulationen: „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Im Moment bin ich bei Milan. Ich bin glücklich, hier zu sein, und ich hoffe, noch lange bei den Rossoneri zu bleiben.“

Es ist zwar keine klare Absage, hat aber eine klare tendenz dazu. 

Italiens Schicksal

Zwei Kandidaten, zwei Verträge bis 2027, zwei sehr unterschiedliche Signale. Der FIGC steht vor einer schwierigen Aufgabe – einen Trainer zu finden, der bereit ist, ein dreifach gescheitertes System zu übernehmen. Und das unter den Augen eines ganzen Landes. Conte hat zumindest signalisiert, dass er zuhört. Ob daraus mehr wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen.

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